An der Schwelle zu einem neuen Jahr machen sich die meisten mehr Gedanken als sonst, reflektieren das Vergangene, überlegen, was sie künftig anders machen wollen, räsonieren über die politische Großwetterlage. Um Ihnen bei Ihren Überlegungen neue Perspektiven zu eröffnen, haben wir den Jahrgang von bild der wissenschaft schon öfters mit einem Titelthema zur Zeit begonnen. Doch anders als bei früheren Titelgeschichten (2006, 2008) widmet sich die aktuelle Ausgabe weit mehr als nur der kosmologischen Frage nach dem Ende der Zeit, die irgendwann aufhören wird – vielleicht sogar ganz plötzlich. Neben diesem, für viele von uns kaum vorstellbaren Ereignis, das mein Redaktionskollege Rüdiger Vaas in der ihm eigenen, von vielen Lesern sehr geschätzten Form angeht, stellen unsere Autoren Peter Spork und Tobias Hürter biologische Aspekte der Zeit vor – etwa wie uns der Takt der Sonne prägt. Was wir tun können, wenn wir nicht mehr Herr unserer Zeit sind, ist Inhalt der ersten beiden Beiträge. Wie selbst Tiere dem Diktat der Zeit unterworfen sind, ist ein weiterer Aspekt unseres Titelthemas.
Rüdiger Vaas bereichert diese Ausgabe noch durch einen zweiten Artikel. Er informierte sich über die aktuelle Entwicklung am Teilchenbeschleuniger LHC des Europäischen Kernforschungszentrums CERN bei Genf (Bild oben: rekonstruierte Protonen-Kollision vom April/Mai 2010). Vielen ist dieser Beschleuniger vor allem dadurch in Erinnerung, dass er 2008 bereits kurz nach seinem Betriebsbeginn aufgrund eines Kurzschlusses im Magnettorus wieder abgeschaltet werden musste. Erst seit November 2009 produziert er Ergebnisse. Hervorragende sogar, wie CERN-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer im bdw-Interview erklärt: „Die Protonen-Kollisionen am LHC sind 2011 sehr gut gelaufen. Wir konnten fünfmal mehr Kollisionen erzeugen, als Anfang 2011 erwartet.” Was das heißt für die Bestätigung des seit Jahren in Physikerkreisen nahezu unumstrittenen Standardmodells der Elementarteilchen, lesen Sie ab Seite 54. Auch über den Nachweis des 1964 postulierten und seitdem fieberhaft gesuchten Higgs-Teilchens erfahren Sie dort Genaueres: 2012 soll die große Wende bringen!
Viel Vergnügen beim Lesen auch der übrigen längeren und kürzeren Beiträge in dieser Ausgabe. Und Sie wissen ja: Tagesaktuelle Meldungen aus der bild der wissenschaft-Redaktion können Sie kostenlos beziehen – via wissenschaft.de im Internet.





