Zusammen mit William Clyde von der University of New Hampshire arbeiteten die Wissenschaftler in einem Projekt mit dem Chinese Academy of Science’s Institute of Vertebrate Paleontology and Paleoanthropology (IVPP) unter Leitung von Suyin Ting von der Louisiana State University. Die Funde und Proben stammen aus der ziegelroten Erde der Lingcha Formation im Hengyang Becken in Südchina.
Bei der Analyse der Objekte benutzten die Wissenschaftler verschiedene Techniken, um eine chronologische Sequenz von Fossilien aus China zu formieren. Diese soll eine Basis für den Vergleich mit entsprechenden Sequenzen aus Nordamerika und Europa bilden.
Die Ergebnisse stimmen mit der Vermutung überein, dass Asien der Ursprungsort von wichtigen Säugetiergruppen wie den Primaten und den großen Huftierordnungen (Paarhufer, wie etwa Rinder und Schafe und Unpaarhufer, wie zum Beispiel Pferde) ist. Sie bestätigen, dass die Vertreter dieser Säuger nicht später in Asien auftraten als auf den anderen Kontinenten. Möglicherweise sogar früher. Die Studie manifestiert auch, dass eine ausgestorbene Gruppe von Urraubtieren, die Hyaenodontia, zuerst in Asien erschien und erst später nach Nordamerika auswanderte.
Die starke Erwärmung an der Grenze der beiden Epochen, ist durch Anomalien in der Verteilung der Kohlenstoffisotope zu erkennen. Anhand der Carbonat-Knötchen in den Lingcha-Steinen konnten die Wissenschaftler die globale Erwärmung in den fossilientragenden Erdschichten zeitlich genau festmachen. Änderungen im Erdmagnetfeld lieferten zusätzliche Marker, um die Positionen der Fossilien zu korrelieren. Geochemiker führen die Klimaänderung auf das Freiwerden großer Mengen von Methangas aus den Ozeanen zurück. Das Treibhausgas könnte für mehr als 100.000 Jahre das Klima stark erwärmt haben.
Weitere geochemische und palaeomagnetische Untersuchungen sollen verbleibende Unklarheiten lösen. Koch gibt zu bedenken, dass vermutlich viele ausgestorbene Säugetiere in den Tropen Asiens und Afrikas gelebt haben. Aus diesen Klimaten sind leider wenig Fossilien erhalten geblieben.
Etwas älter ist ein von Paläontologe Thomas Martin von der Freien Universität Berlin beschriebener Fund. Mit seinen Kollegen vom Museo Paleontológico in Trelew, Argentinien, stellte er jetzt einen Unterkiefer eines jurassischen Säugetiers aus Patagonien vor. Es ist vermutlich der bisher einzige Fund eines Säugetieres aus dem Südamerika der Jurazeit.
Besonders für die südlichen Kontinente sind Fossilienfunde von Säugetieren aus der Epoche vor 208 bis 145 Millionen Jahren selten. Der Fund ist wichtig, da er eine These unterstützt: die komplexen Backenzähne der Säuger seien unabhängig voneinander zweimal entstanden. Einmal auf der Nordhemisphäre als Grundstock aller modernen Säuger und ein weiteres Mal auf der Südhemisphäre, in einer Gruppe von heute ausgestorbenen Säugern (ausgenommen den eierlegenden Monotremata, Schnabeltier und Schnabeligel). Der Kiefer der neuen patagonsichen Art ist anatomisch der letzteren Linie zuzuordnen. Er unterstützt damit die Theorie der zwei Entstehungslinien.





