Durch eine neue Analysetechnik ist nun möglich, ein bestimmtes Isotop des Edelgases Argon unter zehn Millionen Milliarden Atomen zu finden. Dadurch kann die Argonkonzentration in verschiedenen Meerestiefen gemessen werden. Diese Daten können Aufschluss über den das Klima beeinflussenden Tiefenwasserstrom in den Weltmeeren geben. Dies berichtet Nature in seiner Online-Ausgabe.
Das Argonisotop Argon-39 ist in geringer Konzentration im Meerwasser enthalten. Es entsteht in der Atmosphäre, wenn kosmische Strahlen auf Argonatome treffen und löst sich dann im Oberflächenwasser der Ozeane. Da das Isotop mit einer ganz bestimmten Geschwindigkeit zerfällt, können die Wissenschaftler durch die Menge der in bestimmten Meerestiefen enthaltenen Argonisotope bestimmen, wann das Wasser sich zuletzt an der Oberfläche befand.
Dadurch können sie die gewaltigen Tiefenströmungen in den Weltmeeren (Great Ocean Conveyor Belt) untersuchen. Diese Wasserströmungen haben einen starken Einfluss auf das Weltklima, da sie große Energiemengen transportieren.
Bisher mussten für diese Untersuchungen jeweils bis zu 1.000 Liter Wasser aus der Tiefe geholt und analysiert werden. Mit der neuen Analysetechnik, die von dem Nuklearphysiker Ernst Rehm und seinem Team am Argonne National Laboratory in Chicago, USA, entwickelt wurde, reichen jetzt zwanzig Liter. Die Technik ist so genau, dass es möglich wäre, die Moleküle, die in einer viertel Tasse Kaffee enthalten sind, im Bodensee zu detektieren.
Der Ozeanologe Bill Jenkins, von der University of Southampton in Großbritannien weist aber darauf hin, dass bisher nicht geklärt ist, ob die Argonkonzentration in der Luft schwankt. Diese Schwankungen hätten dann auch Auswirkungen auf die Konzentration des Argonisotops im Meerwasser, und die ermittelten Daten müssten danach korrigiert werden.
Ralf Möller





