Zweigeteilte Kleinkörper wie Philaes Zielkometen konnten die Astronomen bislang nicht aus der Nähe studieren. 8P/Tuttle ist ein solcher bizarrer Brocken: 2008 gelangen US-Forschern mit dem Arecibo-Radioteleskop in Puerto Rico mehrere Radar-Bilder seines Kerns. Sie zeigen zwei kugelähnliche Körper, die in Kontakt stehen. Einer misst 4,4 Kilometer, der andere etwa 5,6 Kilometer. 2011 flog eine NASA-Sonde an dem Kometen 103P/Hartley 2 vorbei. Ihre Bilder zeigen, dass sein Kern möglicherweise ebenfalls zweigeteilt ist. Dafür spricht nach Meinung von Experten seine knochenförmige Gestalt. Gleichsam ins Innere des Planetoiden 25143 Itokawa schauten Astronomen um Stephen Lowry von der Universität Kent. Sie beobachteten den erdnussförmigen Brocken wiederholt über einen Zeitraum von 13 Jahren mit einem Teleskop der Europäischen Südsternwarte in Chile. Dabei maßen sie sehr präzise kleine Änderungen in Itokawas Rotationsdauer. Diese lassen sich nur erklären, wenn der Kleinplanet aus zwei Teilen besteht, die deutlich verschiedene Dichten aufweisen, nämlich 1,75 und 2,85 Gramm pro Kubikzentimeter. Wie solche Doppelkörper entstanden sind, darüber lässt sich bislang nur spekulieren. Vielleicht bildeten sie sich bei langsamen Kollisionen bereits im frühen Sonnensystem – oder aber sie sind erst in dessen jüngerer Geschichte entstanden.





