Mit zweitägiger Verspätung und weit entfernt vom geplanten Landeort ist die US-Raumfähre Discovery von ihrem Ausrüstungsflug zur internationalen Raumstation ISS zur Erde zurückgekehrt. Der Shuttle ging am Dienstag auf der Ausweich- Landebahn des Luftwaffenstützpunktes Edwards in Kalifornien nieder. Das Wetter am Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida war wie in den vergangenen Tagen zu schlecht für eine Landung.
Nun muss die Raumfähre Huckepack auf einem umgebauten Jumbo-Jet nach Florida zurückgebracht werden, eine teure und Zeit raubende Prozedur. Sie dauert sechs Tage und kostet eine Million Dollar. Die letzte Raumfähre ist 1996 in Edwards gelandet. In der Geschichte der Shuttle-Flüge gab es dies insgesamt nur vier Mal. Da die Discovery nur genug Treibstoff bis zum Mittwoch hatte, war auch ein dritter Landeort – das Raketentestgelände White Sands in New Mexico – ins Auge gefasst worden. Dort ging 1982 nur einmal eine Raumfähre nieder.
“Willkommen zurück auf der Erde nach einer super erfolgreichen Mission”, begrüßte der Flugleiter die sieben Besatzungsmitglieder, nachdem die Fähre in der kalifornischen Wüste ausgerollt war. “Schön, wieder hier zu sein”, antwortete Kommandant Brian Duffy, der die Discovery die letzten drei Minuten vor der Landung völlig “per Hand” flog. Sie war exakt 12 Tage, 21 Stunden und 42 Minuten unterwegs.
Auf dem 100. Fährenflug hatten die Astronauten die internationale Raumstation ISS für den Anfang November erwarteten Einzug der ersten ständigen Bewohner vorbereitet. Unter anderem installierten sie an der Außenseite der ISS ein neues Ladedock für künftige Shuttle- Besuche und ein Gerüst zum späteren Anmontieren der ersten Sonnensegel. Außerdem testete die Crew erfolgreich neue Düsenrucksäcke, mit denen die Astronauten frei im Weltraum umherfliegen können. Die ersten Bewohner der ISS, zwei Russen und ein Amerikaner, sollen am 31. Oktober mit einer Sojus-Rakete von Baikonur in Kasachstan starten.
dpa





