Wenn in einem Doppelsternsystem ein Partner zu einem Schwarzen Loch wird, kommt es oft zu Wechselwirkungen mit dem Begleitstern. Oft saugt dann das Schwarze Loch dem masseärmeren Partner Material ab. Dieses sammelt sich in einer rotierenden Scheibe aus heißem Plasma um das Schwarze Loch und gibt dabei Röntgenstrahlung und energiereiche Teilchen ab. Entsteht dabei ein Jet aus beschleunigten Teilchen und Strahlung, sprechen Astronomen von einem Mikroquasar – analog zu den aktiven supermassereichen Schwarzen Löchern im Herzen ferne Galaxien, die als Quasare noch über Milliarden Lichtjahre hinweg sichtbar sind. In den letzten Jahren mehren sich die Indizien dafür, dass auch die weit kleineren und schwächeren Mikroquasare Teilchen auf vergleichsweise hohe Energien beschleunigen können. Bei den Röntgen-Doppelsternen Cygnus X-1 und Cygnus X-3 in unserer Milchstraße haben Astronomen bereits Gammastrahlen im Bereich von einige Gigaelektronenvolt nachgewiesen. Der 16.000 Lichtjahre entfernte Mikroquasar SS-433 gilt sogar als einer der stärksten Teilchenbeschleuniger in unserer Galaxie.





