Die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA hat am 7. Juni die heftigste Sonneneruption seit 2006 verzeichnet. Bei diesem sogenannten koronalen Massenauswurf bildete sich eine riesige Partikelwolke, die sich anschließend über ein Gebiet von nahezu der halben Größe der Sonnenoberfläche gelegt hat. Dieses spektakuläre Ereignis wird bald auch die Erde beeinflussen, sagen Experten: Laut dem US-Wetterdienst NWS wird es ab 20 Uhr am Mittwoch vermutlich zu leichten bis mittelschweren geomagnetischen Stürmen kommen. Sie könnten Störungen in Stromnetzen und bei der Satellitennavigation verursachen.
Besonders betroffen sind Telekomunikationssatelliten und GPS-Satelliten, die Flugzeugen und Schiffen Orientierungshilfe geben. Wahrscheinlich wird das Ereignis aber auch schöne Folgen haben: Die geladenen Partikel eines Sonnensturms zaubern elegante Leuchtwellen an den Nachthimmel, die sogenannte Aurora borealis ? das Polarlicht.
Video: Zusammenstellung von Aufnahmen der NASA zur Sonneneruption am 7.6.2011. Credit: andoogle13 / NASA
Auf unserer scheinbar so ruhig leuchtenden Sonne toben gewaltige Explosionen, die Teilchenstürme ins Planetensystem katapultieren. Großereignisse dieser Art werden von Astronomen als koronale Massenauswürfe bezeichnet. Das ausgestoßene Plasma besteht hauptsächlich aus Elektronen und Protonen. Innerhalb eines Tages können diese geladenen Teilchen die rund 150 Millionen Kilometer entfernte Erde erreichen. Sie drücken dadurch das Magnetfeld zusammen und dehnen es auf der sonnenabgewandten Seite aus. Dabei werden große Mengen Energie freigesetzt.
Das Magnetfeld der Erde fängt die elektrisch geladenen Teilchen des Sonnenwindes ein. Viele davon werden zu den Polen gelenkt und dort beschleunigt. Wenn sie auf Luftmoleküle treffen, regen sie diese zum Leuchten an. Das Resultat sind die Polarlichter in hohen Breiten. Bei starken Sonnenstürmen beschränkt sich dieses Phänomen nicht nur auf die Polarregionen, sodass auch Mitteleuropäer die Polarlichter am nördlichen Nachthimmel beobachten können. Vielleicht kommen wir heute auch in Deutschland zu diesem seltenen Genuss.
Mitteilung der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA wissenschaft.de ? Martin Vieweg





