Die Hinode-Aufnahmen lassen bereits eine mögliche Antwort erkennen. Auf den Filmen ist die Chromosphäre zu sehen, eine dünne Schicht der Sonnenatmosphäre, die bei einer Sonnenfinsternis rötlich leuchtet. Die Filme zeigen, wie magnetische Schleifen von der Größe der Erde sich verformen und verdrehen und schließlich als mächtige Sonnenfackel explodieren. “Bislang dachten wir, dass in der Chromosphäre nicht viel los ist, aber das war wohl eine Fehleinschätzung”, sagt John Davis vom Marshall Space Flight Center der Nasa.
In den verzerrten Magnetfeldlinien ist eine enorme Energie gespeichert. Wenn sie sich in einfachere Formen umwandeln, wird Energie frei, die die Korona aufheizt. Theoretiker hatten bereits vermutet, dass ineinander verstrickte Magnetfelder existieren. “Nun können sie zum ersten Mal beobachtet werden”, sagt der Astrophysiker Leon Golub vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics. Bislang war es nicht möglich, das Auftreten von Sonnenfackeln vorherzusagen. Das Sonnenobservatorium Hinode, so hoffen die Forscher, ist ein erster Schritt in Richtung Weltraumwettervorhersage. Leon Golub: “Wir haben viele unerwartete Dinge gesehen, die Mission ist schon jetzt ein Erfolg.”





