Den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin erhielt in diesem Jahr der britische Biologe Robert G. Edwards. Der 85-Jährige hatte gemeinsam mit seinem inzwischen verstorbenen Kollegen Patrick Steptoe die künstliche Befruchtung entwickelt. Dabei werden Eizellen im Labor befruchtet und dann in die Gebärmutter eingepflanzt. Das erste Baby, das durch In-vitro-Fertilisation (IVF) auf die Welt kam, war 1978 Louise Joy Brown. Das Verfahren hat sich durchgesetzt: Inzwischen wurden weltweit rund vier Millionen Menschen durch IVF geboren.
Mit dem Nobelpreis für Physik zeichnete die Jury zwei gebürtige Russen aus: den Niederländer Andre Geim und den britisch-russischen Forscher Konstantin Novoselov. Gewürdigt wurden ihre bahnbrechenden Arbeiten zu Graphen, einem Material aus Kohlenstoff. Es ist nur eine Atomschicht dick und damit quasi zweidimensional. Geim und Novoselov stellten Graphen aus herkömmlichem Graphit her und beschrieben seine Eigenschaften. Es ist nicht nur das dünnste bekannte Material, sondern auch das steifste und stärkste. Außerdem besitzt Graphen die höchste Wärmeleitfähigkeit, eine hohe Leitfähigkeit für Strom und ist undurchlässig für Gase. Damit ist der Stoff prädestiniert für die Herstellung neuartiger Transistoren, die den bisherigen aus Silizium weit überlegen sind.
Den Nobelpreis für Chemie bekamen zu je einem Drittel die Japaner Ei-ichi Negishi und Akira Suzuki sowie der Amerikaner Richard F. Heck. Sie haben die Palladiumkatalysierte Kreuzkupplung entwickelt. Damit ist es möglich, aus Kohlenstoff-Atomen komplexe organische Moleküle zusammenzusetzen. Die Einsatzmöglichkeiten der Verbindungen reichen über die Entwicklung neuer Medikamente bis zur Elektronik.
Die Nobelpreise sind jeweils mit umgerechnet knapp 1,1 Millionen Euro dotiert und werden am 10. Dezember in Stockholm verliehen.





