Aus Dichteschwankungen im Urgas, also quasi Schallwellen, entstanden die kosmischen Strukturen: Galaxien, Galaxienhaufen und -superhaufen. Ihre Größen- und Häufigkeitsverteilung im All beschreiben Kosmologen mit einem Winkelleistungsspektrum. Die Messungen des Sloan Digital Sky Survey (rot) stimmen gut mit dem Kosmologischen Standardmodell (schwarze Kurve) überein, demzufolge der Weltraum von einer Dunklen Energie und einer nicht weniger mysteriösen Dunklen Materie dominiert wird. Modelle ohne Dunkle Materie sagen voraus, dass die Dichteschwankungen viel kleiner sind (hellblaue Kurven unten). Sie reichen dann nicht aus, um einen kritischen Schwellenwert (in der Grafik auf 1 skaliert) zu überschreiten und so eine „nichtlineare” Strukturbildung zu ermöglichen. Das Universum wäre dann heute noch immer wüst und leer – ohne die lebensfreundlichen Galaxien. Modifizierte Gravitationstheorien wie TeVeS (Tensor-Vektor-Skalar) kommen ohne Dunkle Materie aus (siehe Beitrag „Kosmische Revoluzzer”, ab S. 38). Sie postulieren neue Effekte, die die Dichtefluktuationen – die „Baryonischen Akustischen Oszillationen” – verstärken (blaue Kurven). Allerdings legen sie ein völlig anderes Winkelleistungsspektrum der Galaxienverteilung nahe als von Astronomen gemessen. Zumindest in großen Dimensionen (linker Bereich) ist das Kosmologische Standardmodell also klar im Vorteil.





