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Die Last des eigenen Erfolgs
Archäologie

Die Last des eigenen Erfolgs

1209 erlaubt Innozenz III. Franziskus, Buße zu predigen – eine Ordensregel, wie hier suggeriert wird, gibt es noch nicht (Fresko von Giotto, Oberkirche von San Francesco, um 1296–1300). akg-images / Rabatti & Domingie

Franziskus’ Ideal vom ungebundenen Leben als mittelloser Prediger ließ sich in der Praxis nur schwer umsetzen, denn die schnell wachsende Zahl von Mitstreitern machte Ordensstrukturen nötig – in denen sich Franziskus selbst bald nicht mehr wiederfand.
Autor
Redaktion
20. März 2026
Lesezeit
11 Minuten
Rubrik
Archäologie
Franziskus’ Ideal vom ungebundenen Leben als mittelloser Prediger ließ sich in der Praxis nur schwer umsetzen, denn die schnell wachsende Zahl von Mitstreitern machte Ordensstrukturen nötig – in denen sich Franziskus selbst bald nicht mehr wiederfand.

Als vor bald 800 Jahren Franziskus krank und entkräftet am Abend des 3. Oktober 1226 in Portiuncula unterhalb seiner Geburtsstadt Assisi auf seinem am Boden ausgebreiteten Büßergewand stirbt, geschieht dies im Kreis seiner Brüder, die ihm auf seinen Wunsch hin aus dem Johannes-Evangelium vorlesen. So beschreibt die Szene Bruder Thomas von Celano, der in verschiedenen Varianten die erste Lebensbeschreibung des Franziskus wenige Jahre nach dessen Tod verfasste.

Interessant an Celanos Bericht ist, dass hier von der Ordensregel, die Papst Honorius III. den Brüdern im November 1223 bestätigt hatte, keine Rede ist. Für den Poverello war das Evangelium zu leben die ultimative Maßgabe christlicher Existenz. Im irdischen Leben konsequent Wort und Tat in eins zu bringen, um das ewige, himmlische Leben zu erlangen, war für Franziskus Lebensform und Botschaft zugleich.

Dementsprechend beginnt der erste Regelsatz: „Regel und Leben der Minderen Brüder ist dieses, nämlich unseres Herrn Jesus Christus heiliges Evangelium zu beobachten.“ Franziskus verstand die Regel als Mittel zum Zweck und die Entstehung des Ordens als Folge der Lebensform. Vor diesem Hintergrund erscheint die Ordensgründung nicht als planvolle Absicht, sondern als normative Kraft des Faktischen.

Die daraus resultierende Frage, ob Franziskus sich selbst als Ordensgründer verstand oder er von außen dazu erklärt wurde, wurde innerhalb des Ordens schon im 13. Jahrhundert kontrovers diskutiert, wird aber auch von Historikerinnen und Historikern heute differenziert beantwortet. So wird der Weg von Franziskus zum Franziskanerorden häufig als ein Transformationsprozess von der Intuition zur Institution beschrieben, der mit einer in der christlichen Ordensgeschichte beispiellosen Geschwindigkeit einen neuen Typ von Orden hervorbrachte. Franziskus selbst sah diese Entwicklung zunehmend kritisch, ohne über die Durchsetzungsfähigkeit zu verfügen, Korrekturen wirksam vornehmen zu können.

Wenige Wochen vor seinem Tod diktierte er sein Testament, mit dem er vergeblich versuchte, externe Einflussnahmen sowie interne Richtungskämpfe zu unterbinden und die Brüder auf sein grundlegendes Verständnis der Nachfolge Jesu und der darin intendierten rigorosen Armut zu verpflichten.

„Und mehr wollten wir nicht haben“

In seinem Testament erklärt er eindringlich: „Und nachdem mir der Herr Brüder gegeben hatte, zeigte mir niemand, was ich tun sollte, sondern der Höchste selbst hat mir offenbart, dass ich nach der Form des heiligen Evangeliums leben sollte. … Und jene, die kamen, Leben zu empfangen, gaben alles, was sie haben mochten, den Armen. Und sie waren zufrieden mit einer einzigen Kutte, innen und außen geflickt, samt Strick und Hosen. Und mehr wollten wir nicht haben.“

Ist das die verklärte Sicht eines Sterbenden auf den Anfang, oder ist es mit Weitsicht formuliert, um sein spirituelles Vermächtnis zu sichern? Ein Blick zurück auf die rasante Entwicklung der Anhängerschaft von Franziskus hilft bei der Beantwortung dieser Frage.

Die ersten drei Männer schlossen sich Franz im Jahr 1208 an. Es waren der Rechtsgelehrte Bernhard von Quintavalle, kurz darauf dessen Berufskollege Pietro Cattani sowie Egidio, ein Handwerker. Gemeinsam begannen sie, als Wanderprediger von Stadt zu Stadt durch ihre umbrische Heimat bei Assisi zu ziehen.

Ein Jahr später war die Gruppe mit dem Poverello auf die Apostelzahl zwölf angewachsen. Laut dem „Anonymus Perusinus“, der ersten Geschichte „Über den Anfang oder vielmehr die Grundlegung des Ordens“, die wahrscheinlich in den frühen 1240er Jahren entstand, antworteten die Brüder auf die Frage nach ihrer Ordenszugehörigkeit und Herkunft: „Wir sind Büßer (paenitentiales), und in der Stadt Assisi wurden wir geboren“. Erklärend fügt der Anonymus hinzu: „Denn bis dahin wurde die Gemeinschaft (religio) der Brüder nicht Orden (ordo) genannt.“

In der Selbstwahrnehmung noch kein Orden, sondern lediglich eine religiöse Bruderschaft, sah diese zum Schutz vor Missverständnissen dennoch die Notwendigkeit kirchlicher Legitimität. Franziskus entwarf ein aus Bibelzitaten bestehendes Kurzprogramm, um es sich in Rom approbieren zu lassen. Dort trafen die Brüder im Mai 1209 auf ihren vertrauten Ortsbischof Guido II., der 1206 den Prozess zwischen Vater und Sohn Bernardone geleitet hatte. Guido II. unterstützte Franziskus und vermittelte den Kontakt zu Kardinal Johannes von St. Paul.

Der Benediktinermönch beherbergte die Gruppe für einige Tage und zeigte sich beeindruckt von ihrem evangelischen Lebensstil. Trotz der Vorbehalte im Kardinalskollegium intervenierte er bei Papst Innozenz III., der daraufhin in einem Gespräch mit Franziskus und seinen Gefährten die mündliche Erlaubnis zur Bußpredigt erteilte. Weitere Zugeständnisse stellte er in Aussicht, machte diese aber von der künftigen Entwicklung der Bewegung abhängig.

Wie in den vorhergehenden Artikeln beschrieben, profitierte die Brüdergemeinschaft um den Poverello dabei von Innozenz’ III. langjährigen Bemühungen, die verschiedenen Laiengruppierungen aus den Buß- und Armutsbewegungen, deren religiöse Lebensform er als durchaus bedeutsam für das lateinische Christentum erachtete, in die kirchlichen Ordensstrukturen zu integrieren.

Bußpredigt darf auch von Laien gehalten werden

Eine folgenreiche Maßnahme spielte hierbei die Aufteilung der Predigt in eine dogmatische Predigt, die Glaubenswahrheiten behandelte und unverändert exklusiv dem Klerus vorbehalten blieb, sowie eine Bußpredigt, die einen gottgefälligen Lebenswandel propagierte und fortan auch von Laien ausgeübt werden durfte.

Während bislang die den Laienverbänden erteilte Erlaubnis zur Bußpredigt von der Zustimmung des Ortsbischofs abhängig war und auf enge innerstädtische Bezirke begrenzt blieb, erreichte die Bruderschaft des Franziskus das erstmalig erteilte päpstliche Zugeständnis, auf ihrer Wanderschaft überall Buße predigen zu dürfen.

Damit war die franziskanische Lebensform einer nicht sesshaften und grenzenlosen Wandergemeinschaft nach dem Vorbild der Jüngerschaft Jesu unter päpstlichen Schutz gestellt und dem potentiellen Ketzereiverdacht wirksam enthoben.

Indes sind zwei weitere Aspekte zu erwähnen, die Franziskus das Vertrauen des Papstes und von Angehörigen seiner Kurie gewinnen ließen: Zum einen spielte sein unbedingter Respekt vor den Klerikern und dem Priesterstand insgesamt, den er von seinen Brüdern kompromisslos in Form des Gehorsams einforderte, eine wichtige Rolle, um Konflikte mit Geistlichen zu vermeiden. Zum anderen trug sein Charisma wahrscheinlich dazu bei, Innozenz zu überzeugen, dass die Kirche angesichts der Herausforderungen des frühen 13. Jahrhunderts auf eine Persönlichkeit wie Franziskus mit seiner Aura nicht verzichten sollte.

Gleichwohl war sich der Jurist auf dem Stuhl Petri der Risiken bewusst, die ein Verhältnis von Charisma und Institution mit sich bringen konnte. Insofern zeugt die Entscheidung, die Predigterlaubnis mündlich und probeweise zu erteilen, vom pastoralen Weitblick und von der kirchenrechtlichen Vernunft Innozenz’ III.

In der Zeit unmittelbar nach dem Treffen mit dem Papst begann der rasante Aufstieg der Bußbruderschaft, die sich binnen weniger Jahre in einen kirchlichen Orden neuer Art und von bisher unbekannter personaler Stärke und räumlicher Weite wandelte. Zu den tiefgreifenden Veränderungen in diesem Transformationsprozess gehört die Diversifizierung der Gemeinschaft. Nicht mehr nur „einfache“ bußfertige Laien männlichen Geschlechts schlossen sich ihr an, erste Priester sowie gebildete Laien suchten alsbald um Aufnahme nach, und zunehmend erkannten auch Frauen darin eine Lebensform für sich.

Der nordfranzösische Regularkanoniker, später auch Bischof von Akkon im Heiligen Land und schließlich Kardinal, Jakob von Vitry (vor 1170 – 1240), ein aufmerksamer Beobachter der Frömmigkeitsbewegungen seiner Zeit und engagierter Förderer religiöser Frauen, schildert das Auftreten der „Mindere[n] Brüder und Mindere[n] Schwestern“ (Fratres minores et Sorores minores) 1216 in Umbrien mit großer Sympathie und setzt ihren Lebenswandel in Analogie zur Lebensform der Urkirche, indem er die biblische Apostelgeschichte zitiert: „Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele“.

Indessen blieben innerhalb der frühfranziskanischen Bewegung Spannungen und Richtungsstreitigkeiten angesichts allenfalls rudimentär vorhandener Organisationsstrukturen und einer lediglich aphoristisch ausformulierten spirituellen Lebensgrundlage langfristig nicht aus.

Im Kapitel werden wichtige Entscheidungen getroffen

In einer ersten Reaktion auf diese kritischen Herausforderungen und forciert durch die Beschlüsse des Vierten Laterankonzils im November 1215 etablierten sich regelmäßige Zusammenkünfte aller Brüder, die als Kapitel bezeichnet werden und bis heute das wichtigste Entscheidungsgremium des Ordens darstellen.

Während ihrer Zusammenkünfte bei der kleinen, von Franziskus renovierten Kirche Santa Maria von Portiuncula unterhalb von Assisi verhandelten die von ihren Wander- und Predigtreisen kommenden Brüder die unterschiedlichsten Belange ihrer Gemeinschaft. Unter der Leitung von Franziskus wurde hier das disziplinarische (Fehl-)Verhalten von Brüdern ebenso zur Sprache gebracht wie die Beobachtung der Regel, die es perspektivisch weiter auszuformulieren galt.

Des Weiteren entschieden die Brüder auch über die fortlaufende Ausbreitung ihrer Gemeinschaft. In dieser Hinsicht kommt dem Pfingstkapitel von 1217 eine richtungsweisende Bedeutung im Werden des künftigen Ordens zu, da es mit der Einrichtung von Provinzen auf die sich mit der stets wachsenden Zahl von Brüdern beschleunigende Ausdehnung reagiert. So teilte das Kapitel zunächst Italien in sechs Provinzen ein und fasste sodann den Beschluss, auch außerhalb Italiens apostolisch wirksam zu werden: Jenseits der Alpen, aber auch über das Mittelmeer nach Nordafrika und in den Nahen Osten sollten die Predigtreisen führen, mit dem Ziel, dort eigene Entitäten zu etablieren.

Kloster und Welt sind eine verschränkte Einheit

Hiermit war die programmatische Entscheidung getroffen, die Jakob von Vitry in seiner zwischen 1221 und 1225 geschriebenen „Historia Occidentalis“ als „Kloster [das] die Weite der Welt ist“ apostrophiert und so pointiert ein neues Verständnis von Klosterleben formuliert, das nicht sesshaft und grenzenlos praktiziert wird. Vor dem Hintergrund, sowohl das eigene Heil zu erlangen als auch dasjenige der Mitmenschen zu ermöglichen, sind nach franziskanischem Verständnis Kloster und Welt nicht mehr antagonistisch zu interpretieren, sondern als verschränkte Einheit zu sehen.

Ganz ihrem universellen Verständnis der Bibel entsprechend wandten sich Franziskus und seine Mitbrüder auch an die Menschen außerhalb der Kirche und der christlichen Religion. Diesen Standpunkt vertrat Franziskus vehement auch gegenüber höchsten kirchlichen Autoritäten: Als 1217 Kardinal Hugolin sich Franziskus, der auf dem Weg nach Frankreich war, in Florenz in den Weg stellte, soll Franziskus dem späteren Papst Gregor IX. entgegnet haben: „Herr, meint oder glaubt Ihr, der Herr habe die Brüder nur um dieser Gegenden willen ausgesandt? Aber ich sage Euch in Wahrheit, der Herr hat die Brüder zum Nutzen und Heil der Seelen aller Menschen auf der ganzen Welt erwählt und gesandt; und so werden sie nicht nur im Land der Gläubigen, sondern auch der Ungläubigen aufgenommen werden.“

Als Minderbruder folgte Franziskus im Gehorsam gegenüber dem Kardinal, änderte allerdings keineswegs seine Überzeugung einer universellen Mission und verfolgte beharrlich seine Pläne weiter. Und das, obwohl er 1212 mit seinem Versuch, nach Syrien zu gelangen, gescheitert war. Auch die Reise nach Marokko musste er wegen Krankheit in Spanien abbrechen. Erst sein dritter Versuch, zu den Muslimen zu gelangen, war erfolgreich.

Nach dem Pfingstkapitel 1219 in Assisi machte er sich zusammen mit Bruder Pietro Cattani sowie einem weiteren Mitbruder erneut auf ins Heilige Land. Sie reisten nicht als Kreuzfahrer, sondern als Pilger. Bei ihrer Ankunft erwartete sie Bruder Elias, den Franziskus zum Minister der Provinz „ultra mare“, also jenseits des Meeres, bestimmt hatte.

Von Elias über die aktuellen Ereignisse im Heiligen Land informiert, ging Franziskus unverzüglich nach Ägypten und erlebte zuerst die Wirklichkeit eines christlichen Heerlagers, die nur wenig gemein hatte mit dem Ideal des Kreuzritters, der im Namen Gottes sein und das der unbewaffneten christlichen Pilger Heil im Heiligen Land verteidigte.

Vielmehr beobachtete Franziskus dort Ritter, Söldner, Händler, Sklaven, Ehefrauen und Prostituierte, die an einem Krieg teilnahmen, der ihnen machtpolitische oder materielle Vorteile versprach oder einfach nur zum Abenteuer gereichte. Religiöse Motive spielten über 100 Jahre nach Beginn des Ersten Kreuzzugs bei der Mehrzahl der Kriegsteilnehmer eine nachgeordnete Rolle.

„Friedensmission“ bei den Muslimen

Deshalb verwundert es auch nicht, dass Franziskus mit seinem Anliegen, zu den Muslimen ins Feindeslager zu gehen und sie vom christlichen Glauben zu überzeugen, auf Unverständnis und offene Ablehnung stieß. Jedenfalls verweigerte der Kardinallegat Pelagius Franziskus die Zustimmung zu seinem Vorhaben, wie er zuvor schon ein großzügiges Friedensangebot von Sultan al-Kamil, das den Christen sogar Jerusalem überlassen hätte, starrsinnig ausgeschlagen hatte. Franziskus, wohlwissend um die Gefahr des Martyriums, unternahm vermutlich gemeinsam mit Bruder Illuminatus trotzdem seine „Friedensmission“.

Was dann geschah, darüber berichtet zuerst der im Heerlager anwesende Jakob von Vitry in einem Brief an Papst Honorius III. im Frühjahr 1220: „In seinem Eifer für den Glauben ließ er [Franziskus] sich nicht davon abhalten, in das Heer unserer Feinde hinüberzugehen. Obwohl er den Sarazenen während mehrerer Tage das Wort Gottes predigte, richtete er nur wenig aus. Doch der Sultan, der König von Ägypten, bat ihn insgeheim, für ihn zum Herrn zu beten, damit er auf göttliche Erleuchtung hin derjenigen Religion anhangen könne, die Gott mehr gefalle.“

Mit welcher konkreten Motivation Franziskus in das Gespräch mit Sultan al-Kamil ging, ist nicht eindeutig zu klären. War es der Wille, den Sultan zum Religionswechsel zu bewegen, oder der Wille, einen Friedensschluss zwischen den christlichen Kreuzfahrern und dem muslimischen Heerführer zu stiften? Für Franziskus und damit für die franziskanische Bewegung insgesamt war die „Orienterfahrung“ prägend und fand sogar Eingang in die Ordensregel. Als erste Regel in der Geschichte des christlichen Ordenswesens thematisiert die des Ordens der Minderbrüder die Beziehung zu den Nichtchristen und namentlich zu den Muslimen.

Von seiner erfahrungsreichen Reise zurückgekehrt, fand er seine immer größere Gemeinschaft in vielfältige Streitigkeiten über ihre zukünftige Ausrichtung, Aufgabe und Armut verwickelt vor. Noch ehe er nach Assisi zum Kapitel ging, suchte er in Rom Rat bei Papst Honorius III. und traf dort Kardinal Hugolin wieder, den er sich als Protektor für seinen Orden erbat.

Mit der Organisation seiner Gemeinschaft zunehmend überfordert, erklärte Franziskus auf dem Kapitel seinen Rücktritt von der Ordensleitung und bestimmte Pietro Cattani zum Vikar. Gesundheitlich angeschlagen zog sich Franziskus zurück und arbeitete eine längst überfällige Regel aus, die er auf dem folgenden Kapitel 1221 seinen anwesenden Brüdern zur Annahme vorlegte.

Sein Regelentwurf sollte nicht nur organisatorische und disziplinarische Fragen verbindlich festlegen, sondern auch das geistliche Fundament legen, stieß aber bei der römischen Kurie auf Ablehnung, da der Text, der als „Regula non bullata“ tituliert wird, nicht die kirchenjuristischen Ansprüche erfüllte. Erst die gekürzte Überarbeitung fand den Segen des Papstes, der sie am 29. November 1223 mit der Bulle „Solet annuere“ feierlich bestätigte. Aus der kleinen Bußbruderschaft von 1209 war der Orden der Minderen Brüder, kurz der Franziskanerorden, erwachsen.

Autor: Bernd Schmies

ist Geschäftsführer der Fachstelle Franziskanische Forschung in Münster.

Literatur

Amir Dziri/Angelica Hilsebein/Mouhanad Khorchide/Bernd Schmies, Der Sultan und der Heilige. Islamisch-christliche Perspektiven auf die Begegnung des hl. Franziskus mit Sultan al-Kamil (1219–2019). Münster 2021.

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