Zu den bemerkenswerten Funden von Prideaux und seinen Kollegen gehören 69 Wirbeltierarten sowie eine Schneckenspezies, von denen über 20 heute ausgestorben sind. Darunter sind beispielsweise ein Riesen-Wombat, der hundeähnliche Beutelwolf und insgesamt 23 Känguru-Arten. Acht davon waren bislang völlig unbekannt und schließen ein ungewöhnliches Wallaby mit großen Augenbrauenwülsten sowie zwei Baumkängurus ein, deren heutige Verwandten ausschließlich in dichten Regenwäldern leben. Außerdem fanden die Wissenschaftler in den Höhlen das erste vollständige Skelett eines Beutellöwen, der vor etwa 50.000 Jahren ausgestorben ist. Da auch von vielen der anderen Tiere die Skelette komplett erhalten sind, können die Forscher nun früher entdeckte, bisher unbekannte Skeletteile den jeweiligen Arten zuordnen konnten.
Aufgrund der vielen verschiedenen Pflanzenfresserarten, die sie entdeckten, kommen die Paläontologen zum Schluss, dass das Gebiet der heutigen Nullarbor-Wüste im Pleistozän eine höhere Pflanzenvielfalt aufgewiesen haben muss als heute. Zwar seien wohl keine geschlossenen Wälder vorgekommen, der Fund von zwei Papageienarten und den Baumkängurus lasse allerdings zumindest die Existenz einzelner Bäume wahrscheinlich erscheinen, so Prideaux.
Wie die Untersuchungen der Forscher weiter ergaben, herrschte in Südaustralien im Pleistozän ein ähnliches Klima wie heute. Die Tiere waren demnach an trockene Verhältnisse angepasst, weshalb ein Klimawandel als alleinige Ursache für das Aussterben der Arten nicht in Frage kommt. Sie vermuten daher, dass im Süden ebenso wie in anderen Teilen Australiens die großen Pflanzenfresser etwa zu der Zeit verschwanden, als der Mensch den Kontinent eroberte.





