Den theoretischen Rahmen liefert die String-Theorie, die von vielen Experten als aussichtsreichster Kandidat für eine “Weltformel” betrachtet wird. Sie beschreibt alle Elementarteilchen als Anregungen schwingender Saiten.
Einer Version zufolge existiert neben unserem Weltraum noch ein anderes, ebenfalls unendlich großes schattenhaftes Paralleluniversum. Beide Universen sind durch eine höhere Dimension voneinander getrennt. Ein Kraftfeld zwischen ihnen sorgt dafür, so haben Steinhardt und Turok nun berechnet, dass sich die Universen periodisch anziehen und wieder abstoßen ? vergleichbar mit dem rhythmischen Klatschen zweier Hände. Immer wenn die Universen aufeinander prallen und die fünfte Dimension zwischen ihnen vorübergehend verschwindet, kommt es zu einem Urknall. Dadurch wird die Materie, die sich zuvor aufgelöst hat, neu erschaffen.
Dieses Modell erinnert an alte asiatische Mythen und Nietzsches Lehre von der Ewigen Wiederkehr. Davon ließ sich Steinhardt aber nicht inspirieren. “Ich bin ein kaltherziger Pragmatiker. Ich kümmere mich um philosophische Argumente erst nach den Fakten”, sagt er im Interview mit bild der wissenschaft.
Gabriele Veneziano, ein Pionier der String-Theorie vom Europäischen Kernforschungszentrum CERN, ist von dem neuen Weltmodell begeistert: “Jetzt sind eher bereit zu akzeptieren, dass der Urknall die Folge von etwas sein könnte als die Ursache von allem.”





