Der erste Blick auf den Inhalt der Kapsel mit Kometenstaub, den die Sonde Stardust zur Erde gebracht hat, versetzte Planetenforscher in Begeisterung. “Es übertrifft alle Erwartungen, ein Riesenerfolg”, sagte der wissenschaftliche Leiter des Projektes, Donald Brownlee von der University of Washington in Seattle.
Nach ersten Schätzungen könnte der Kollektor eine Million Teilchen eingesammelt haben, die hautpsächlich vom Kometen Wild-2 stammen dürften, den Stardust Anfang 2004 erreichte. Auf dem Weg dorthin sammelte die Sonde außerdem kosmische Teilchen ein. “Man sieht eine Menge Einschläge, große und kleine”, berichtete Brownlee. Dem Forscher zufolge könnte der Aerogel-Kollektor, der zu 99 Prozent aus leerem Raum besteht, etwa zehn Teilchen mit einer Größe von 0,1 Millimeter aufgefangen haben, eins ist sogar einen Millimeter groß.
In der schwammartigen Aerogel-Masse hinterließen die auftreffenden Teilchen Spuren, die einer Karotte ähneln. “In den größten Trichter kann man fast seinen kleinen Finger hineinstecken”, sagte Brownlee. Bei den größeren Einschlägen ist am Ende schwarzer Kometenstaub zu sehen. Fast 150 Forscher weltweit warten sehnsüchtig auf diese Partikel, die sich vermutlich seit der Entstehung des Sonnesystems kaum verändert haben.
Auch 65.000 Internet-Nutzer nehmen an der Auswertung der Daten teil. Im Projekt Stardust@home bekommen sie Bilder zugeschickt, die ihre Computer nach Spuren von Kometenteilchen absuchen.
Die Sonde Stardust startete Anfang 1999 und erreichte ihr Ziel, den Kometen Wild-2, am 2. Januar 2004. Stardust näherte sich dem Kometen bis auf 240 Kilometer. Nach einer Reise von insgesamt fast fünf Milliarden Kilometern landete die Kapsel am 15. Januar sicher in der Wüste von Utah.
Ute Kehse





