Bodengesundheit zu erhalten, ist laut der Autorin kein Selbstzweck. Wir Menschen sollten schon aus eigenem Interesse für die Böden sorgen. Die meisten Lebensmittel bauen wir weltweit auf natürlichem Boden an, etwa 660 Kulturpflanzenarten im größeren Maßstab, darunter Weizen, Reis, Mais und Kartoffeln. Böden speichern mit ca. 1.500 Gigatonnen allein im Humus fast dreimal mehr Kohlenstoff als alle Lebewesen auf der Erde zusammen – mit Blick auf die Klimakrise eine nicht zu unterschätzende Leistung. Wurst lotet Lösungsmöglichkeiten für ein besseres Bodenmanagement aus und appelliert dabei an Landwirtschaft und Politik. Sie selbst arbeitet derzeit im Bundesprogramm Biologische Vielfalt zur Umsetzung der Nationalen Biodiversitätsstrategie in Deutschland.
Aber auch Hobbygärtnerinnen und -gärtner und wir alle, die täglich essen, konsumieren und wohnen, sind angesprochen. Zum Abschluss des Buches regt die Bodenökologin dazu an, unser Verhalten zu reflektieren. Kann ich meinen Fleischkonsum reduzieren? Woher kommt meine Kleidung? Wie viel Fläche Boden nehme ich zum Wohnen in Anspruch – und brauche ich diese Fläche wirklich?
Rezension: Salome Berblinger
Susanne Wurst
Der Boden lebt
Haupt Verlag, 168 S., € 29,90
ISBN 978–3–258–08395–7





