Langsam und sorgfältig stopfte sich Baron von Münchhausen seine Pfeife und zündete sie mit einem Fidibus an. Dann nahm er ein paar Züge, sah in die Runde und begann zu erzählen. „Im Jahre 1761 war ich beim Sultan von Abu Telfan am Fuße des Mondgebirges zu Gast. Wir verbrachten die Tage mit der Jagd auf Berglöwen und durchstreiften das Gebirge, um die letzten Einhörner zu suchen. Eines Tages bat mich der Sultan zu sich in seine Privatgemächer und sagte: ,Teurer Freund, ich habe einen wertvollen weißen Elefanten namens Abul Abbas. Den möchte ich gerne auf dem Markt von Timbuktu verkaufen. Aber es gibt niemanden unter meinen Untertanen, dem ich ihn anvertrauen würde. Könntet Ihr für mich den Elefanten nach Timbuktu bringen?‘ Das Vertrauen des Sultans ehrte mich und so sagte ich zu.” Der Baron trank einen Schluck Portwein und fuhr dann fort: „Die Entfernung von Abu Telfan nach Timbuktu beträgt genau 1000 Meilen. Der Sultan gab mir als Marschverpflegung für den Elefanten 3000 Bananen mit. ,Teurer Freund‘, sagte der Sultan. ,Abul Abbas muss nach jeder zurückgelegten Meile eine Banane zu fressen bekommen, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und er darf auf gar keinen Fall mehr als 1000 Bananen gleichzeitig tragen. Der Weg nach Timbuktu führt quer durch die Wüste, und es gibt keine Oasen, in denen Ihr Futter nachkaufen könnt. Ihr werdet also Teile des Weges mehrfach gehen und Zwischenlager für die Bananen anlegen müssen.‘ Die Reise schien nicht nur eine körperliche, sondern auch eine geistige Herausforderung zu werden. Da Bananen damals recht wertvoll waren und auf dem Markt in Timbuktu zu einem hohen Preis gehandelt wurden, nahm ich mir vor, sparsam mit ihnen umzugehen und mit möglichst vielen Bananen in Timbuktu anzukommen.” „Wie viele Bananen konntet Ihr denn schließlich auf dem Markt verkaufen?”, fragte der alte General von Oorde. „Natürlich die maximal mögliche Zahl”, erwiderte Baron von Münchhausen und griff wieder nach seinem Portwein. „Könntet Ihr uns vielleicht die genaue Zahl nennen?”, wollte Graf von Frenswegen wissen. „Lieber Freund, Eure Frage überrascht mich.” Der Baron zog die Augenbrauen hoch. „Das könntet Ihr Euch doch ganz leicht selbst überlegen.” Kennen Sie die Zahl?
Die Lösung des April-Preisrätsels
Zunächst schneidet man den Kegelmantel entlang der Flanke auf, auf der der Käfer sitzt, und breitet ihn flach aus. Das Ergebnis ist ein Kreisausschnitt. Da der Durchmesser der Kegelbasis 30 Zentimeter beträgt, ist sein Umfang 30 · p Zentimetern. Dies ist natürlich auch die Kreisbogenlänge des abgewickelten Kegelmantels. Der Radius des Kegelmantels, also die Flanke des Kegels, beträgt 60 Zentimeter. Wäre der Mantel ein Vollkreis, so hätte er einen Umfang von 120 · p Zentimetern. Weil der Kreisbogen jedoch nur gerade ein Viertel davon ist, treffen sich die beiden den Ausschnitt begrenzenden Radien unter einem rechten Winkel. Einmal um den Kegel herumzulaufen, bedeutet für den Käfer, auf dem abgewickelten Kegelmantel von der Mitte des oberen Randes zur Mitte des linken Randes zu krabbeln. Der kürzeste Weg ist eine gerade Linie, deren Länge man leicht zu 30E2 P 42,4 Zentimeter berechnen kann.
Die Gewinner
Das Los hat entschieden: Olaf Fritze, Berlin, und Jürgen Glathe, Oderwitz, erhalten den Hauptgewinn, je ein Fernglas. Buchpreise bekommen: Reiner Büter, Halberstadt; Magdalena Fick, Bad Wörishofen; Thomas Hitz, Benglen ZH/Schweiz; Jürgen Rieg, Böbingen; Franz Trosthammer, München. Wir gratulieren allen Gewinnern.
So machen Sie diesen Monat mit
Teilnehmen kann jeder, außer den Mitarbeitern des Verlags und deren Angehörigen. Schicken Sie bitte Ihre Lösung (ausschließlich!) auf einer Postkarte bis zum 31. Juli 2005 an:
bild der wissenschaft, Kennwort „Cogito 07|05″
Ernst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen
Die Lösung und die Namen der Gewinner werden im Oktober-Heft 2005 veröffentlicht.
Zu gewinnen
Unter den Einsendern der richtigen Lösung werden ein Hauptgewinn und fünf Bücher ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Hauptgewinn sind zwei Taschenferngläser „Victory Compact 8×20″ von Carl Zeiss (www.zeiss.de). Buchpreise sind „ Tunnel durch Raum und Zeit” von bdw-Redakteur Rüdiger Vaas. Darin geht es um Einsteins Erbe: Schwarze Löcher, Wurmlöcher, Zeitreisen, Überlichtgeschwindigkeit und die künftigen Herausforderungen der Relativitätstheorie. Weitere Informationen unter www.kosmos.de
Sind Sie noch im Bild der Wissenschaft? – Die richtigen Antworten
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