Allerdings war dieses Bild nicht unumstritten: Andere Messmethoden ergaben andere Ergebnisse, die mit dem ursprünglichen Bild nicht unbedingt übereinstimmten. Infarot-Aufnahmen zeigten zum Beispiel in den 1990er Jahren, dass sich im Zentrum der Milchstraße ein breiter Balken aus Sternen befindet.
Benjamin und seine Kollegen entwickelten nun eine Software, um die Dichte von Sternen in einer Region zu bestimmen. Dabei stellte sich heraus, dass die Sternendichte in den Armen Sagittarius und Norma nicht erhöht ist. Wahrscheinlich bestehen diese Arme vor allem aus Gas und aus kleineren Ansammlungen junger Sterne. In den Armen Scutum-Centaurus und Perseus befinden sich dagegen sowohl viele ältere Riesensterne als auch junge, hell leuchtende Sonnen. Als nächstes wollen die Forscher nun die genaue Struktur, Breite und Position der Arme untersuchen.
Tom Dame und Patrick Thaddeus vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics berichteten in St. Louis, dass sie eine bislang unbekannte Struktur in der Nähe des galaktischen Balkens entdeckten. Schon länger bekannt war der sogenannte Drei-Kiloparsec-Arm, eine Ansammlung von Wasserstoff-Gas, die von der Erde aus gesehen vor dem galaktischen Zentrum liegt, und zwar in einem Abstand von 10.000 Lichtjahren (das entspricht 3.000 Parsec). Dame und Taddeus stellten nun mit Hilfe des Cerro Tololo Inter-American Observatory in Chile fest, dass sich hinter dem galaktischen Balken eine identische Struktur verbirgt. Die Forscher vermuten, dass die Bewegung des Balkens durch das interstellare Medium Druckwellen erzeugt, durch die die Drei-Kiloparsec-Arme entstehen.





