In Hamburg soll in den nächsten Jahren eine Forschungsmaschine der Superlative entstehen, berichtet bild der wissenschaft in der neuesten Ausgabe (9/2001). Die Wissenschaftler am Deutschen Elektronen Synchrotron (DESY) planen demnach den weltweit größten Linearbeschleuniger, der zugleich als extrem starker Röntgenlaser dienen soll. Die Riesenmaschine soll in einer 33 Kilometer langen unterirdischen Röhre von der Hansestadt bis hinein nach Schleswig-Holstein verlaufen und in zehn Jahren in Betrieb gehen.
Etwa ab dem Jahr 2011, so die vor kurzem vorgelegten Pläne, sollen dort Elektronen und ihre Antiteilchen (Positronen) mit fast Lichtgeschwindigkeit aufeinander zu rasen und beim Zusammenprall in einem gigantischen Energieblitz Schwärme neuer Teilchen entstehen lassen.
Die Teilchenkanone namens TESLA (Tera Electron Volt Superconducting Linear Accelerator) wäre einer der größten Linearbeschleuniger der Welt. Sein Vorteil: Er könnte die Masse neuer Partikel mit bislang nicht möglicher Präzision messen ? und so Theorien über den Aufbau der Materie überprüfen.
Ein weiterer Pluspunkt von TESLA: Die fast lichtschnellen Elektronen sollen genutzt werden, um intensive Röntgenblitze zu erzeugen, mit denen sich beispielsweise das Verhalten komplexer organischer Moleküle beobachten ließe ? ein wichtiger Ausgangspunkt für die Entwicklung neuer Medikamente. Durch den Verkauf der Strahlung der weltweit stärksten Röntgenlasers für Forschungszwecke hofft man beim DESY, einen Teil der Kosten für den Bau des rund acht Milliarden Mark teuren Beschleunigers wieder hereinzuholen.
===Ralf Butscher





