Eine der heißesten Kandidatinnen für die Weltformel ist seit einigen Jahren die Stringtheorie, die das gesamte Universum aus unvorstellbar winzigen vibrierenden Fäden aufgebaut sieht. Alle bekannten Teilchen sollten demnach bestimmte Schwingungsmoden dieser Strings darstellen. Falls die Wissenschaftler an den neuen Beschleunigern etwa auf so genannte supersymmetrische Teilchen stoßen, wäre dies ein wichtiger experimenteller Hinweis, dass die Stringtheorie tatsächlich die Struktur des Universums richtig beschreibt.
Bald könnten die Physiker bei ihrer Suche nach der Weltformel einen wichtigen Schritt weiter kommen, berichtet bild der wissenschaft in seiner neuesten Ausgabe (9/2001). Wenn in wenigen Jahren an neuen leistungsfähigeren Teilchenbeschleunigern wie dem in Bau befindlichen Large Hadron Collider am Europäischen Kernforschungszentrum CERN bei Genf oder dem vom Deutschen Elektronen Synchrotron (DESY) in Hamburg vorgeschlagenen Linearbeschleuniger TESLA mit der Suche nach neuen Elementarteilchen begonnen wird, könnte die Entdeckung neuer Teilchen den Weg zur Weltformel weisen.
Eine einheitliche Theorie, die das Wirken aller Kräfte und Materiebausteine im Universum beschreibt, ist das ultimative Ziel vieler Physiker. Bereits Albert Einstein hatte sich die Suche nach einer solchen Formel auf die Fahnen geschrieben. Er blieb damit aber genauso erfolglos wie bisher alle, die nach ihm kamen.
===Ralf Butscher





