Astronomen haben einen Riesenplaneten entdeckt, der sich nach ihren Berechnungen gar nicht hätte bilden können. Bei dem rätselhaften Himmelskörper außerhalb unseres Sonnensystems handelt es sich um einen Gasplaneten, der in enger Umlaufbahn in gut drei Tagen einmal um seinen Mutterstern kreist. Um diesen Stern kreisen aber noch zwei Begleitsterne, die der Theorie zufolge das Baumaterial für den Gasplaneten eigentlich verbrannt haben müssten.
Der Riesenplanet in dem etwa 150 Lichtjahre entfernten Sonnensystem ist ein so genannter
Hot Jupiter. Bei dieser Klasse von Planeten handelt es sich um gigantische Gasriesen mit einer Masse in der Dimension von Jupiter, die mit einer Periode von drei bis neun Tagen sonnenähnliche Sterne umlaufen. Die Planeten entstehen aus Gas und verdichteter fester Materie. Dabei müssen sie von ihrem sonnenähnlichen Mutterstern mindestens 2,7-mal so weit entfernt sein wie die Erde von der Sonne (
2,7 Astronomische Einheiten), so die Theorie der Planetenentstehung. Erst jenseits dieser so genannten “Schneegrenze” existieren ausreichend Feststoffe, um einen eisigen Kern zu bilden, an dem große Gasmengen kondensieren können. Näher am Mutterstern ist es dafür zu heiß. Erst nach seiner Formierung nähert sich der Planet dem Mutterstern an.
Doch Mutterstern HD 188753 ist kein gewöhnlicher Mutterstern: Zwei eng miteinander verbundene Begleitsterne umlaufen ihn mit einem Abstand von 12,3 Astronomischen Einheiten. Mit ihrer Hitze müssten sie nach dem gängigen Modell alles Planeten-Rohmaterial bis dicht vor dem Mutterstern verbrannt haben. Ein solcher Gasplanet in Jupiterdimension hätte sich daher auch auf Bahnen jenseits der “Schneegrenze” gar nicht ausbilden können.
Eventuell kann diese Grenze doch näher am Mutterstern liegen als bisher angenommen, wäre eine von vielen Erklärungen. Die Forscher vermuten aber eine größere Herausforderung hinter dem Problem: Des Rätsels Lösung könnte ein neues Verständnis der Entstehung von Planeten eröffnen.
Maciej Konacki ( California Institute of Technology, Pasadena, USA): Nature (Bd. 436, S. 230, DOI: 10.1038/nature03856).
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