Das Modell beschreibt auch einen Rückgang der Vegetationsaktivität in den Jahren 1992 und 1993 korrekt. Dieser Rückgang war eine Folge des Ausbruchs des philippinischen Vulkans Mount Pinatubo im Juni 1991. Die in die Stratosphäre, der Atmosphärenschicht ab etwa 11 Kilometer Höhe, gelangten Aschepartikel verursachten in den beiden Folgejahren weltweit eine Abkühlung der Atmosphäre.
Bisher ungeklärt war, wieso die nördliche Vegetation trotz dieses Einbruchs der Atmosphäre weiterhin das Treibhausgas Kohlendioxid entzog und speicherte. Das Computermodell zeigt nun, dass die Pflanzen während dieser zwei Jahre zwar weniger Kohlendioxid aufnahmen. Wegen der niedrigeren Temperaturen verlief der Zersetzungsprozess der abgestorbenen Pflanzenteile aber auch langsamer, wodurch dann auch weniger Kohlendioxid an die Atmosphäre abgegeben wurde.
Die Sommer in den nördlichen Breiten sind relativ kühl und kurz. Deshalb reagiert die Vegetation hier besonders schnell und ausgeprägt auf Klimaveränderungen. Weil die nördlichen Breiten fast ein Viertel der kontinentalen Erdoberfläche ausmachen, ist es für die Wissenschaftler wichtig, die Reaktion ihrer Vegetation auf die für die Zukunft erwartete Klimaerwärmung zu verstehen.





