NGC 404 ist das nächstgelegene Exemplar eines seltenen Typs von Galaxien: den Linsengalaxien. Da es sich im strahlenden Licht von Mirach (Beta Andromedae) – einem 200 Lichtjahre fernen Stern im Vordergrund – verbirgt, nennen Astronomen NGC 404 auch den „ Geist von Mirach”. Nun ist es ihnen gelungen, sich davon ein Bild zu machen. Überraschendes Ergebnis: Die längst tot geglaubte Galaxie ist durchaus aktiv. Normalerweise haben linsenförmige Galaxien mit ihren roten alten Sternen ihre Blütezeit längst hinter sich. Doch NGC 404 wird von einem ausgedehnten Ring junger Sterne umgeben.
„Sie ist wie eine lebende Tote”, sagt David Thilker von der Johns Hopkins University in Baltimore. Er hat NGC 404 mit dem Galaxy Evolution Explorer ins Visier genommen. Der am 28. April 2003 gestartete NASA-Satellit kartiert den gesamten Himmel im Ultraviolett-Bereich – ein ehrgeiziges Unterfangen.
Wie das Radioobservatorium Very Large Array in New Mexico gemessen hat, befindet sich beim Sternengürtel auch ein Ring aus Wasserstoff. Beide haben sich wohl nach der Kollision von NGC 404 mit einer kleinen Nachbargalaxie vor 900 Millionen Jahren gebildet. Durch die Turbulenzen im Gas wurde dann die längst zum Erliegen gekommene Sternbildung neu angeregt.





