Eine kosmische Rarität haben Astronomen 10,5 Milliarden Lichtjahre entfernt im Sternbild Jungfrau entdeckt: drei Quasare im Abstand von etwa 100 000 Lichtjahren – das entspricht einer Distanz vom Durchmesser unserer Milchstraße. Quasare sind die ultrahellen Zentren von Urgalaxien und bestehen aus einem supermassereichen Schwarzen Loch, dessen Schwerkraft gewaltige Mengen an Gas und Staub ansaugt.
Im frühen Universum waren Quasare sehr zahlreich. Doch Mehrfach-Quasare, von denen Astronomen seit 1979 ein paar Hundert aufgespürt haben, sind normalerweise optische Täuschungen im All: multiple Geisterbilder eines einzigen Objekts, dessen Licht von Gravitationslinsen im Vordergrund – gemäß Albert Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie – aufgespalten wurde. Nicht jedoch bei LBQS 1429-008, der 1989 von einem Team um Paul Hewett vom Institute of Astronomy im britischen Cambridge entdeckt wurde und sich bald als Doppelquasar herausstellte.
Nun haben Astronomen um George Djorgovski vom California Institute of Technology mit zwei 8,2-Meter-Teleskopen des Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile und dem 10-Meter-Keck-Teleskop auf Hawaii dort noch einen dritten Quasar gefunden. Die Spektralmessungen ergaben, dass die Entfernung aller drei Quasare gleich groß ist und sich auch keine Vordergrund-Gravitationslinse bemerkbar macht. Offenbar sind die Astronomen Zeugen eines sehr seltenen Falls von drei miteinander wechselwirkenden Urgalaxien im frühen Universum.





