Am Nikolaustag 1997 besuchten die bdw-Redakteure Ralf Butscher, Wolfram Knapp und Rüdiger Vaas gemeinsam eine Wohnung in der Stuttgarter Innenstadt. Dort präsentierte ein amerikanisches Auktionshaus wertvolle naturwissenschaftliche Originalliteratur: die Haskell F. Norman Library of Science and Medicine. Deren Bücher konnten später in New York ersteigert werden. „Astronomia Nova”, „Sidereus Nuncius” und „On the Origin of Species” hießen einige der Werke, die die drei Redakteure in die Hand nehmen und durchblättern konnten – Johannes Kepler, Galilei Galileo und Charles Darwin waren die Autoren. Ersteigert haben die Werke dann andere. Für die Recherche der bdw-Redakteure tun es auch Nachdrucke. 2009 – das gleichermaßen Darwin-Jahr ist wie Jahr der Astronomie – werden diese Nachdrucke wieder gerne in die Hand genommen, um sich zu vergewissern, was genau die Granden ihrer wissenschaftlichen Zunft vermacht haben. Ruheständler Wolfram Knapp hat in unserer Titelgeschichte den höchst lesenswerten Teil über die erste Revolution in der wissenschaftlichen Astronomie geschrieben. Sein Nachfolger im Amt des bdw-Astronomieredakteurs, Rüdiger Vaas, berichtet gewohnt souverän über die gewaltigen Erkenntnissprünge der jüngsten Zeit.
So revolutionär die Arbeiten von Kepler und Galilei waren, für uns heutige Menschen sind sie plausibel. Die Erkenntnisse der modernen Astrophysiker nachzuvollziehen, verschafft uns deutlich mehr Kopfzerbrechen. Trotzdem: Astronomische und kosmologische Titelthemen üben seit Jahren einen großen Reiz auf unsere Leser aus. Woher wir das wissen? Die Heftverkäufe liegen bei ihnen stets und deutlich über denen von Titelgeschichten aus der Medizin, der Technik oder über den Klimawandel.
Sicher ist eines: Um die heutigen revolutionären Veränderungen in der Astrophysik einordnen und begreifen zu können, wird die Menschheit keine 400 Jahre brauchen. Dazu ist die Dynamik und die Erkenntnisvermittlung von wissenschaftlichen Expertisen zu professionalisiert und der Bildungshunger der Menschen zu groß. Einige von Ihnen, liebe Leser, können sich bestimmt gut an meinen früheren Kollegen Wolfram Knapp erinnern. Was er heute über Kepler und Galilei zu sagen hat, können Sie sogar hören: im bdw-Wissensradio. Wenige Klicks im Internet unter www.wissenschaft.de – und Wolfram Knapp steht im Interview Rede und Antwort.
Kepler und Galilei im bdw-podcast – zu finden über dieses Symbol unter www.wissenschaft.de





