Nun präsentieren die Forscher um Nizar Ibrahim von der University of Chicago das seit 1944 vollständigste Skelett des spektakulären Raubsauriers. Der neue Fund stammt aus dem Osten Marokkos. Es handelt sich um Teile des Schädels, der Wirbelsäule sowie um Becken- und Extremitätenknochen, die in 97 Millionen Jahre altem Süßwasser-Sedimentgestein lagerten. Den Forschern zufolge gab es im Bereich des Fundortes zu dieser Zeit ausgedehnte Flusslandschaften, in denen Spinosaurus lebte. Anhand der Untersuchungsergebnisse der Fossilien erstellten sie ein digitales Abbild des Tieres sowie Computersimulationen zu den Eigenschaften seines enormen Körpers.
Wasser war sein Element
Ihre Analysen kamen zu dem Ergebnis: Viele Merkmale weisen darauf hin, dass Spinosaurus an ein Leben im Wasser angepasst war. Die Forscher stellten beispielsweise fest, dass der Saurier kleine Nasenlöcher besaß, die weit hinten auf der Schnauze saßen. So konnte das Tier bei fast ganz untergetauchtem Kopf noch gut atmen. Sie fanden außerdem Hinweise auf Sinnesorgane an der Schnauze, mit denen Spinosaurus Bewegungen im Wasser erfassen konnte, ähnlich wie es von Krokodilen bekannt ist.
Seine Extremitäten waren den Untersuchungen zufolge besonders gut geeignet, um auf matschigem Untergrund zu laufen sowie im Wasser zu schwimmen. Möglicherweise besaß Spinosaurus dazu sogar Schwimmhäute zwischen den Zehen. Sein krokodilartiges Maul, seine Zähne sowie seine furchterregenden Klauen waren perfekt geeignet, um schlüpfrige Beute zu fassen, wie beispielsweise große Fische, sagen die Forscher.
Der erste bekannte schwimmende Dino
Auch die Merkmale der Knochen verweisen ihnen zufolge darauf, dass das Element von Spinosaurus das Wasser war. Die Knochendichte ähnelt nämlich der von Flusspferden und frühen Vertretern der Entwicklungslinie der Wale. Vermutlich sicherte dies dem Dino ebenfalls günstige Auftriebs-Eigenschaften im Wasser. Spinosaurus ist damit der erste Dinosaurier, der als ein Schwimmer gelten kann, sagen die Forscher. Von anderen Arten ist dies bisher nicht belegt. Bei den schwimmenden Meeresechsen der Jura und Kreidezeit handelte es sich nämlich nicht um Dinosaurier– sie entstammen anderen Entwicklungslinien.
Abschließend bleibt nun noch die Frage: Wozu diente das bizarre Markeinzeichen des
Spinosaurus – das auffällige Segel auf seinem Rücken? Den Forschern zufolge war es wahrscheinlich ein Schau-Element für die innerartlichen Kommunikation: Es ragte beim Schwimmen aus dem Wasser und war für Artgenossen weithin sichtbar. „Die Segel haben wahrscheinlich bei einem tropischen Sonnenuntergang im Wasser faszinierend ausgesehen”, meint Co-Autor James Kirkland vom Utah Geological Survey in
Salt Lake City.





