JET Das europäische Gemeinschafts-Experiment JET in Culham/ Großbritannien ist die weltweit größte Fusionsanlage. Der Tokamak dort hat die Aufgabe, Plasmen in der Nähe der Zündung zu untersuchen. Nur noch um einen Faktor sechs ist das JET-Plasma von der Zündbedingung entfernt. Zum ersten Mal ist es mit JET 1991 gelungen, nennenswerte Energie durch Kernfusion freizusetzen.
LHD und WENDELSTEIN 7-X Der Stellarator LHD (Large Helical Device) ging 1998 im japanischen Toki bei Nagoya in Betrieb. Er ist – bis zum Betriebsbeginn von WENDELSTEIN 7-X in Greifswald – das weltweit größte Fusionsexperiment vom Typ Stellarator. Mit seinen verdrillt um das Plasmagefäß geschlungenen Magnetwicklungen folgt LHD dem Bauprinzip der Stellaratoren. Im Unterschied hierzu besitzt WENDELSTEIN 7-X ein entsprechend den Kraftwerkserfordernissen optimiertes Magnetfeld und wird – ohne schraubenförmige Wicklungen – durch ein modular aufgebautes Spulensystem erzeugt.
ASDEX Upgrade ASDEX Upgrade, das axialsymmetrische Divertor-Experiment, ist die größte Fusionsanlage in Deutschland und seit 1991 im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching in Betrieb. Das Experiment soll Kernfragen der Fusion unter kraftwerksähnlichen Bedingungen untersuchen und den Testreaktor ITER vorbereiten: Die Anordnung der Magnetspulen, die Plasmaform sowie wesentliche Plasmaeigenschaften sind den Verhältnissen eines späteren Kraftwerks angepasst.
ITER Mit ITER bereiten die großen Fusionsprogramme der Welt gemeinsam einen ersten Testreaktor vor. Er soll zeigen, dass es physikalisch und technisch möglich ist, durch Kernverschmelzung Energie zu gewinnen. Dazu soll ITER ein für längere Zeit Energie lieferndes Plasma mit einer Fusionsleistung von 500 Megawatt erzeugen und außerdem wesentliche technische Komponenten eines Kraftwerks testen. Eingeleitet wurde die Kooperation 1985 durch eine Vereinbarung von Reagan, Gorbatschow und Mitterand als „ Symbol für das Ende des kalten Krieges”.
DEMO Das Demonstrationskraftwerk DEMO soll alle Funktionen eines Kraftwerks erfüllen. Für die Entscheidung über seinen Bautyp – Tokamak oder Stellarator – werden die Verbesserung des Tokamak-Konzepts und die Ergebnisse der Stellaratorforschung ausschlaggebend sein. In seine Planung werden zudem die experimentellen Erfahrungen mit einem brennenden Plasma einfließen, die ITER liefern soll.
Ralf Butscher





