Nach einer fast 3,5 Milliarden Kilometer weiten Reise schwenkte die am 15. Oktober 1997 gestartete Raumsonde Cassini am 30. Juni um 2.03 Uhr Weltzeit in einen Orbit um Saturn ein. Sie flog zweimal durch eine Lücke der Ringe und passierte Saturns obere Wolkendecke in nur 19 000 Kilometer Entfernung. Ein steter Daten- und Bilderstrom wird das Wissen über den Ringplaneten und seine Monde in den nächsten Jahren sicher wesentlich erweitern (bild der wissenschaft 7/2004,
„Titan und sein Ringplanet”).
Erstmals gibt es Bilder von der Magnetosphäre Saturns. Sie war 50 Prozent größer als vor 25 Jahren und veränderte ihre Ausdehnung je nach Sonnenaktivität stark. Die Magnetosphäre besteht hauptsächlich aus Wasserstoff- und Sauerstoff-Ionen, die vermutlich von den Eis-Oberflächen der Saturnmonde stammen.
Cassinis UV-Spektren der Ringe haben eine zehnmal höhere Auflösung als die von Voyager 2 im Jahr 1981. Es zeigte sich, dass die inneren Bereiche der einzelnen Ringe schmutziger wirken als die von frischem Eis dominierten äußeren Regionen. Möglicherweise stammt das Eis von Kollisionen, deren Trümmer die Ringe auffüllen.
Schon bei der Annäherung ans Saturnsystem beglückte Cassini die Planetenforscher mit Nahaufnahmen des äußeren Mondes Phoebe. Bei dem Vorbeiflug am 11. Juni fotografierte die Sonde den 214 Kilometer großen, kraterübersäten Mond. Die Höhenunterschiede betragen bis zu 16 Kilometer. Der Mond ähnelt mehr einem schlafenden Kometenkern – wie man sie im Kuipergürtel jenseits des Neptuns findet– als einem normalen Planetoiden.





