Der Rekordversuch zweier britischer Ballonfahrer, zu bisher mit bemannten Ballons unerreichten Höhen aufzusteigen, ist gescheitert. Um 6:10 Uhr GMT (Greenwich Mean Time) mussten Andy Elson und Colin Prescot ihre Versuche abbrechen.
Der 381 Meter hohe Ballon hatte sich während des Auffüllens mit Helium verdreht, was zu einem Druckanstieg an der Spitze führte. Vermutlich riss dadurch eine der Nähte an der Oberseite des Ballons, wodurch große Mengen Gas austreten konnten. Bis der Schaden repariert ist, werden vermutlich bis zu zwei Wochen verstreichen. Wegen des unbeständigen Herbstwetters ist es daher fraglich, ob die Briten ihren Versuch noch in diesem Jahr wiederholen können. Das berichtet das britische Wissenschaftsmagazin New Scientist.
Die beiden Ballonfahrer hatten gehofft, von einem amerikanischen Flugzeugträger vor der Küste Englands aus in Rekordhöhen aufzusteigen. Ihr Heliumballon QinetiQ 1 sollte gemeinsam mit der unter ihm aufgehängten Plattform während des für neun Stunden angesetzten Fluges eine Höhe von 40.200 Metern erreichen.
Um die starken UV-Strahlung und Umgebungstemperaturen von etwa minus 70 Grad Celsius überleben zu können, wollten Elson und Prescot sich in speziell angefertigte Raumanzüge einpacken. In der von ihnen angestrebten Höhe hätten sie einen schwarzen Himmel und die Krümmung der Erde gesehen.
Als Begleitung sollte dem Ballon ein ebenfalls von QinetiQ ? einer früheren Abteilung des britischen Verteidigungsministeriums ? entwickelter Prototyp eines unbemannten Solarflugzeugs dienen. Dieses war zunächst unterhalb des Ballons befestigt und sollte in einer Höhe von etwa 9.100 Metern abgekoppelt werden
Der zunächst für Dienstag dieser Woche geplante Start musste wegen der Gefahr eines Eissturms abgesagt werden. Elson und Prescot wollten den im Jahre 1961 von amerikanischen Piloten aufgestellten Höhenrekord von 34.670 Metern übertreffen.
Stefan Maier





