Pulsierende Radio- und Lichtwellen
Gregg Hallinan vom California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena und seine Kollegen haben nun erstmals ein Polarlicht auf einem Himmelskörper außerhalb des Sonnensystems aufgespürt. Dabei handelt es sich allerdings nicht um einen Planeten, sondern um einen Braunen Zwerg. Diese nur schwach glimmenden Himmelskörper gelten als gescheiterte Sterne, weil ihre Masse knapp nicht ausreicht, um im Inneren die Kernfusion zu zünden. Sie bewegen sich daher im Grenzgebiet zwischen echten Sternen und großen Gasplaneten. Als die Astronomen den Braunen Zwerg LSR J1835+3259 mit den Radioteleskopen des Very Large Array (VLA) ins Visier nahmen, registrierten sie auffällige, gepulste Radiosignale. Auch mit optischen Teleskopen beobachteten sie pulsierende Strahlenemissionen, deren Takt zur Rotationsperiode des Zwergs passte. Aus der Lage der Strahlenquelle in der Atmosphäre und den spektroskopischen Eigenschaften schließen die Forscher, dass es sich um ein Polarlicht handeln muss.
Die neu entdeckte Aurora des Braunen Zwergs demonstriert, dass Polarlichter nicht nur ein Merkmal unseres Sonnensystems sind. Stattdessen ist diese Form magnetischer Wechselwirkungen möglicherweise für massearme Himmelskörper wie Braune Zwerge und Exoplaneten durchaus typisch, so die Forscher. Zudem werfen sie auch ein neues Licht auf die Natur der Braunen Zwerge. “Braune Zwerge liegen zwischen Sternen und Planeten”, sagt Koautor Stuart Littlefair von der University of Sheffield. “Diese Ergebnisse sind ein weiterer Beleg dafür, dass wir Braune Zwerge eher als ‘aufgepumpte Planeten’ sehen sollten statt als gescheiterte Sterne.” Die jetzt bei LSR J1835+3259 entdeckten Polarlichter entstehen allerdings nicht auf gleiche Weise wie auf der Erde. “Was wir auf diesem Objekt sehen, scheint das gleiche Phänomen zu sein, das wir auf dem Jupiter beobachten – nur tausende Mal stärker”, erklärt Hallinan. Wie genau der Braune Zwerg die Polarlichter und Radioemissionen erzeugt, ist noch nicht geklärt. Die Astronomen vermuten aber, dass diese Art von magnetischer Aktivität auch auf vielen größeren extrasolaren Planeten vorkommt. “Das sind gute Voraussetzungen, um bei Exoplaneten nach ähnlichen Emissionen zu suchen”, so Hallinan und seine Kollegen.





