Braune Zwerge entstehen vermutlich ähnlich wie gewöhnliche Sterne: Sie ballen sich innerhalb einer kalten Gaswolke zusammen und sammeln schließlich eine Scheibe aus Gas und Staub, einen so genannten protoplanetaren Nebel, um sich. Das berichten Forscher um Ray Jayawardhana von der University of Michigan im Journal Science (Bd. 303, S. 322).
Der größte Unterschied zwischen Sternen und Braunen Zwergen besteht in ihrer Masse: Braune Zwerge sind nicht schwer genug, um in ihrem Innern ein nukleares Feuer zu entzünden. Bislang gab es zwei Theorien für die Entstehung der ?fehlgeborenen Sterne?: Die eine These besagte, dass Braune Zwerge die kleinsten Mitglieder von Mehrfach-Sternsystemen waren, die von ihren ?Geschwistern? ausgestoßen wurden. Der anderen Theorie zufolge sollten Braune Zwerge ähnlich wie Sterne von der Größe der Sonne entstehen.
Diese These wird jetzt durch die Arbeit von Jayawardhana und Kollegen gestützt. Durch Infrarot-Aufnahmen mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (Eso) in Chile und dem Keck-Teleskop auf Hawaii wiesen sie nach, dass die meisten Braunen Zwerge im Alter von einer Million Jahren von Staubscheiben umgeben sind. Offenbar saugen die Braunen Zwerge genauso wie Sterne Material vom inneren Rand der Scheibe auf, wenn auch langsamer als gleich alte Sterne.
Die Forscher entdeckten in einem Fall sogar, dass von den Polen eines Braunen Zwergs Material ins Weltall ausgespuckt wurde. Ähnliche ?Jets? können bei jungen, sonnenähnlichen Sternen beobachtet werden.
Die Beobachtungen der Astronomen legen nahe, dass Braune Zwerge womöglich nicht so einsam sind wie bislang gedacht. Jayarwardhana: ?Ich frage mich, ob sich in den Scheiben Kometen, Asteroiden oder vielleicht sogar kleine Planeten bilden könnten.?
Ute Kehse





