Mit einer Tiefenbohrung von rund 400 Metern wollen Wissenschaftler die Entstehung der Grube Messel ergründen. In den kommenden drei Monaten werde ein Hohlrohr mit elf Zentimetern Durchmesser in den Untergrund der weltberühmten Fossilienfundstätte getrieben, teilte Franz-Jürgen Harms vom Forschungsinstitut Senckenberg am Montag in Messel mit. Die Bohrung werde mindestens 400.000 Mark kosten.
Die Mehrzahl der Geowissenschaftler geht davon aus, dass die weltberühmten Fossilien im Messeler Ölschiefer in einem Vulkansee abgelagert wurden. Vor 50 Millionen Jahren, so die Theorie, ist die 1.000 Grad heiße Schmelze aus dem Erdinneren aufgestiegen und hat beim Kontakt mit dem Grundwasser zu mehreren Wasserdampfexplosionen geführt. Die Forscher erwarten bis zu einer Tiefe von 220 Metern unter der Grubensohle die bekannten Sedimentgesteine. Darunter müssten dann Reste von vulkanischer Asche sowie Gesteinstrümmer aus Odenwald-Granit zu finden sein, die durch die Explosionen abgespalten worden sind.
dpa





