Amerikanische Astronomen haben einen bizarren Ring um einen toten Stern entdeckt: Der Staubring ist vermutlich aus einer vormaligen Wolke entstanden, die den toten Stern ? einen sogenannten Magnetar ? umhüllte. Dieser Magnetar höhlte die Staubwolke dann von innen aus, so dass ein gigantischer, deformierter Ring mit einer Länge von sieben und einer Breite von drei Lichtjahren übrig blieb. Forscher um Stefanie Wachter vom California Institute of Technology in Pasadena haben den Staubring mit dem Spitzer-Weltraumteleskop im Sternbild Adler aufgestöbert. Die Beobachtungen können erklären helfen, wie sich Sterne in ihrer Endphase verhalten.
Schon im Jahr 1998 stand der Magnetar SGR 1900+14 im Fokus der Forscher: Die Sternenleiche, die ein besonders hohes Magnetfeld besitzt, flammte kurzzeitig auf und strahlte einen mächtigen Impuls an Röntgenstrahlen ab. Diese Strahlung prasselte auf die Erdatmosphäre und wurde von zahlreichen Satelliten detektiert. Bei diesem Ereignis muss der Magnetar auch die ihn umgebende Staubwolke von innen heraus ausgehöhlt haben, vermutet Wachter. Andere Erklärungen scheiden aus. Der Ring scheint stabil zu sein und dehnt sich nicht weiter aus. Damit ist er keine direkte Folge einer sich ausbreitenden Explosionswelle.
Die Struktur des Staubrings ist nur durch das reflektierte Licht von Sternen aus seiner Umgebung mit dem Spitzer-Weltraumteleskop zu sehen. Die Forscher wollen nun diese nahen Sterne beobachten, um aus deren Bewegung auf die Masse des Staubrings zu schließen. Daraus wollen sie mehr über die Entstehungsprozesse und die Weiterentwicklung von Magnetaren lernen. Magnetare bilden sich, wenn bestimmte Sterne in einer sogenannten Supernova explodieren und Teile der Sternenmaterie zu einem Restkern kollabieren.
Mitteilung der Nasa ddp/wissenschaft.de ? Martin Schäfer





