Eine bislang rätselhafte Klasse von Neutronensternen verhält sich weniger ungewöhnlich als bislang beobachtet: Die so genannten anomalen Röntgen-Pulsare (AXP) gehören wahrscheinlich zu den Magnetaren, berichtet ein kanadisches Forscherteam im Fachblatt Nature (Bd. 419, S. 142).
Magnetare sind Neutronensterne mit einem immensen Magnetfeld, für die bemerkenswerte Ausbrüche im Röntgenlicht charakteristisch sind. Die fünf bislang bekannten AXP zeichneten sich allerdings durch die Abwesenheit solcher Ausbrüche aus. Des weiteren gaben sie außer Röntgenstrahlung fast gar kein weiteres Licht ab, so dass Astronomen unklar war, was ihre Energiequelle ist.
Dieses Rätsel konnten die Forscher um Victoria Kaspi von der McGill University in Montreal jetzt lösen: Bei Beobachtungen mit dem Röntgensatelliten Rossi machten sie einen Schnappschuss von einem AXP, der gerade im Röntgenlicht hell aufleuchtete. Aus der Röntgenstrahlung, die für Protonen einer bestimmten Energie charakteristisch ist, konnten die Forscher die Stärke des Magnetfeldes des AXP ausrechnen. Nach ihren Erkenntnissen ist sein Feld etwa zehn hoch 14 mal stärker als das der Sonne und liefert die Energie für die Röntgenstrahlung.
Die neue Studie deutet darauf hin, dass die anomalen Röntgenpulsare Vorläufer einer anderen exotischen Sternklasse sind, der “Soft Gamma Repeater”. Diese Neutronensterne zeigen Ausbrüche harter Röntgen- oder Gammastrahlung und haben ebenfalls starke Magnetfelder, weswegen sie auch Magnetare genannt werden.
Ute Kehse





