Eine neuartige “Falle” aus Polymerplatten soll gefährliche Bakterien gezielt aus verseuchtem Wasser herausziehen. Die Mikroben fangen sich in winzigen, passgenauen Abdrücken ihrer eigenen Bakterien-Art. Andere Bakterien hingegen bleiben außen vor, berichten Wiener Wissenschaftler im Fachblatt Advanced Materials.
Jede Art von Mikroorganismus lässt sich an seinem einzigartigen “Körper-Abdruck”, an seiner charakteristischen Form erkennen, haben Oliver Hayden und Franz Dickert von der Universität Wien festgestellt. Viele ähneln sich zwar in ihrer äußeren Form. Doch die außen sitzenden Moleküle, die aus dieser Form herausragen und mit der Umwelt chemische Wechselwirkungen eingehen – als Rezeptoren für Botenstoffe oder um zu Gruppen zusammenzukleben – machen eine Mikroben-Art eindeutig identifizierbar. Dies nutzten Hayden und Dickert für ihre “Bakterien-Falle”: Ihre Kunststoffplatte enthält nicht nur die Abdrücke der Mikrobenform, sie beherbergt in winzigen Vertiefungen auch chemische Gruppen, die mit den Außenmolekülen der Mikroben binden und sie festhalten können.
Als Testobjekt nutzten die Forscher einfache Backhefe (Saccharomyces cerevisiae). Die Polymerplatte mit den Abdrücken dieser Zellen “filterte” aus einer Suspension die Hefezellen heraus, während eine normale Polymerplatte leer blieb. Auch konnten die Forscher zeigen, dass die Abdrücke beinah exklusiv die ursprünglichen Zellen “einfingen”. Sie sammelten doppelt so viele Backhefezellen ein wie Zellen einer äußerlich ähnlichen Hefeart (Saccharomyces bayanus). Und andere, kleinere Zellarten, die prinzipiell auch in die Abdrücke hineinpassten, blieben völlig unberührt.
Dörte Saße





