Die Astronomen rätselten lange darüber, ob Braune Zwerge auf die gleiche Weise entstehen wie Riesenplaneten, oder ob sie mit gewöhnlichen Sternen verwandt sind. “Letzteres ist der Fall”, sagt Reipurth. “Auch wenn Braune Zwerge es am Ende nicht schaffen, sich zu Sternen zu entwickeln, entstehen sie doch auf die gleiche Weise.
Riesenplaneten sind dagegen oft enge Begleiter von Sternen. Das bedeutet, dass sie in den planetaren Nebeln um junge Sterne entstehen, genau wie die Planeten unseres Sonnensystems.” Einige neuere Beobachtungen über Braune Zwerge passen zu Reipurths Modellrechnungen. So wurden im letzten Jahr mehrere Braune Zwerge entdeckt, die einen normalen Stern in großem Abstand umkreisen.
“Diese Braunen Zwerge sind auch von ihren Geschwistern herausgeworfen worden, allerdings nicht weit genug, um der Schwerkraft völlig zu entgehen”, sagt Reipurth. Die Theorie erkläre auch, warum man Braune Zwerge nur selten als Partner in einem gewöhnlichen Doppelsternsystem findet, in dem der Abstand zwischen den Sternen gering ist, so Reipurth: “Ein Sternenbaby, das sich so nah bei einem anderen aufhält, dem es gelingt, zum Stern zu werden, erhält ebenfalls genug Nahrung, um die kritische Masse zusammenzubekommen.”
Einige Braune Zwerge haben bei ihrer einsamen Reise durchs All immerhin Gesellschaft von einem Leidgenossen: Beobachtungen mit großen Teleskopen haben gezeigt, dass einige Braune Zwerge zu zweit durch den Kosmos driften. “Diese stellaren Embryos waren schon ein enges Paar, bevor sie aus dem System geworfen wurden”, erläutert Reipurth. “Paare aus Braunen Zwergen, die weit entfernt voneinander sind, haben wenig Chancen, den Rausschmiss intakt zu überstehen.”





