Dass regelmäßige Bewegung nicht nur zufriedener macht, sondern auch das Leben um ein paar Jahre verlängern kann, ist mittlerweile eine Binsenweisheit. Dabei muss es sich nicht immer um sportliche Anstrengung handeln: Peter Katzmarzyk von der Louisiana State University in Baton Rouge und I-Min Lee von der Harvard Medical School in Boston haben Studien aus 20 Ländern zum Sitzverhalten verglichen. Demnach sitzt der Durchschnittsbürger täglich fünf Stunden. Die Spanne reicht von bis zu drei Stunden (Portugal, Brasilien, Kolumbien) bis über sechs Stunden in Taiwan, Hong Kong, Japan, Saudi Arabien und Norwegen. Erwachsene verbringen sogar 55 Prozent des Tages sitzend.
In Verbindung mit der Lebenserwartung kamen die beiden Forscher zu dem Schluss: Wer am Tag weniger als drei Stunden am Tag sitzend verbringt, kann sein Leben um bis zu zwei Jahre verlängern, weniger als zwei Stunden Fernsehen ebenfalls um über ein Jahr.
Der Umkehrschluss, dass Menschen, die länger sitzen mit einem früheren Tod rechnen müssten, sei jedoch falsch, schreiben Katzmarzyk und Lee – Bevölkerungsstatistiken beziehen sich schließlich nicht auf den Einzelnen, sondern auf die ganze Bevölkerung. In diesem Fall sogar nur auf die amerikanische. Trotzdem kann es sich auch Europäern nicht schaden, sich ab und zu vom Bürosessel zu erheben, um im Stehen zu Telefonieren oder eine Runde um den Block zu gehen…
Quelle: British Medical Journal Open, DOI: 10.1136/bmjopen-2012-000828





