von KAI DÜRFELD
Ein faustgroßes Metallstück zieht in 500 Kilometern Höhe lautlos seine Bahn: winzig – und doch gefährlich. Bei einem Tempo von 28.000 Kilometern pro Stunde kann selbst eine Schraube das Solarpaneel eines Satelliten zerfetzen. Solche Trümmer entstehen immer dann, wenn größere Objekte wie ausgediente Satelliten und leere Raketenstufen kollidieren oder auseinanderbrechen. Genau diese Brocken wollen Ingenieure künftig gezielt aus dem Verkehr ziehen. Harpunen, die Metall durchbohren, und Netze, die ganze Satelliten fangen – die Technik dazu wirkt beinah archaisch. Doch sie klingt auch nach Science-Fiction – wenn sich zum Beispiel Greifer nach dem Vorbild von Geckofüßen an Solarpaneelen heften oder unsichtbare Traktorstrahlen Objekte wie von Geisterhand quer durch den Weltraum ziehen. So verschieden die Ansätze auch sind, sie verfolgen ein gemeinsames Ziel: den Orbit sicher und nutzbar halten, bevor er zur Sperrzone wird.





