Anhand der Breiten von Jahresringen lassen sich Rückschlüsse auf das zur Wachstumszeit des Baumes herrschende Klima ziehen. Wissenschaftler der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL und des Finnish Forest Research Institutes fanden nun heraus, dass auch Dichteschwankungen innerhalb eines Jahresringes Hinweise auf Temperaturänderungen, Niederschlagmengen oder die Bodenqualität geben.
Für ihre Untersuchungen analysierten die Forscher die Jahresringe von Kiefern (Pinus sylvestris L.) und konzentrierten sich vor allem auf Dichteschwankungen ? so genannte falsche Jahresringe – innerhalb der Ringe. Sie stellten fest, dass diese Dichteschwankungen häufiger in Bäumen auftreten die unter Wachstumsstress leiden, also beispielsweise zu wenig Wasser zur Verfügung haben oder auf einem für sie ungünstigen Boden wachsen.
Auf Dünen wachsende Bäume bildeten überraschenderweise weniger falsche Jahresringe und reagierten auch weniger stark auf Klimaänderungen. Die Wissenschaftler vermuten, dass die Bäume daher keinem großem Wachstumsstress ausgesetzt waren – obwohl sie in der Regel kleiner als ihre Artgenossen sind und auf den Dünen oft nur Pflanzen gedeihen die wenig Wasser brauchen. “Dieser Widerspruch kann durch das unterschiedliche Wurzelsystem erklärt werden. Die krautigen Pflanzen sind eher einer Trockenheit ausgesetzt als die tief wurzelnden Kiefern”, erklären die Forscher.
Auch ganz bestimmte Klimamuster bewirken die Bildung von falschen Jahresringen. An Kiefern, die in der Schweiz wuchsen, stellten die Wissenschaftler beispielsweise fest, dass ein feuchter, kühler Sommer und ein darauf folgender trockener kühler Februar die Bildung von falschen Jahrringen bewirkt.
Ralf Möller





