Die nur im frühen Kosmos existierenden „Little Red Dots“ geben Astronomen Rätsel auf. Denn diese in Aufnahmen des James-Webb-Weltraumteleskops sichtbaren rötlichen Lichtpunkte sind zu hell und kompakt für eine staubverhüllte frühe Galaxie, aber zu groß und massereich für Kugelsternhaufen und andere stellare Objekte.

Einige Astronomen vermuten, es könnte sich um „Black Hole Stars“ handeln – massereiche, von dichtem Wasserstoffgas umgebene Schwarze Löcher. Andere halten die Little Red Dots für aktive Galaxienkerne – massereiche Schwarze Löcher im Zentrum von gasreichen, sternenarmen Galaxien. Allerdings fehlt den meisten Lichtpunkten dafür die typische Röntgenstrahlung. Nur bei einem der „Little Red Dots“ haben Astronomen kürzlich doch Röntgenstrahlung nachgewiesen, was die Annahme eines aktiven Schwarzen Lochs als Urheber stärkt.
Durch Gravitationslinse vergrößert
Jetzt liefern genauere Einblicke in einen der Little Red Dots die Bestätigung. Im Fokus stand das Objekt Abell 2744-QSO1, ein 2023 entdeckter Lichtpunkt in rund 13 Milliarden Lichtjahren Entfernung. Weil die Strahlung dieses Objekts durch einen Galaxienhaufen im Vordergrund verstärkt und vergrößert wird, sind seine Merkmale besser erkennbar als bei den meisten anderen Little Red Dots. Erste spektrale Analysen legten bereits nahe, dass sich hinter diesem Lichtpunkt ein aktives Schwarzes Loch verbergen könnte.
Um mehr herauszufinden, haben nun Ignas Juodžbalis von der University of Cambridge und sein Team neue Daten des Nahinfrarot-Spektrografen (NIRSpec) am James-Webb-Teleskop analysiert. Sie nutzten dabei Spektralsignatur von angeregtem Wasserstoff, um die Verteilung und die Geschwindigkeit von Gasen in diesem Objekt zu messen. Daraus ermittelten sie Größe und Masse des mutmaßlich im Zentrum verborgenen Schwarzen Lochs.
Masse in einem Punkt konzentriert
Das Ergebnis: Die spektralen Merkmale bestätigen, dass das Objekt QSO1 extrem kompakt ist. Obwohl es Millionen Sonnenmassen schwer ist, liegt sein Radius bei nur rund 1300 Lichtjahren. „Damit ist dieses Objekt zehnmal dichter als die dichtesten Sternhaufen im lokalen oder frühen Universum“, berichten Juodžbalis und sein Team. Fast die gesamte Masse dieses Little Red Dots scheint demnach in einem Punkt konzentriert zu sein.






