Astronomen der Harvard Universität ist es gelungen, Ansammlungen von Millionen von Sternen mit Hilfe eines Röntgenstrahlobservatoriums genau zu untersuchen. Ihre Ergebnisse liefern neue Erkenntnisse über die Entwicklung von Sternen, werfen allerdings auch neue Fragen auf.
Das Astronomenteam unter Leitung von Jonathan Grindlay vom Harvard-Smithsonian Center für Astrophysik untersuchte den Kugelsternhaufen namens 47 Tucenae mit Hilfe des Chandra Röntgenstrahlobservatoriums der Nasa. Der Haufen besteht aus Millionen von Sternen, die alle ungefähr zur selben Zeit entstanden sind, und ist so ein ideales Objekt zur Untersuchung der Sternentwicklung. Die Forscher untersuchten die Intensität und Energie von vier verschiedenen Typen von Röntgenstrahlquellen im Zentrum des Sternhaufens.
Neben zahlreichen neuen Erkenntnissen über den Aufbau von Sternen ergab die Analyse auch einige Überraschungen. So ist die Zahl von Neutronensternen viel größer als bisher angenommen. Der Theorie nach sollten sich leichte Sterne in der Überzahl befinden. Das Übergewicht von Neutronensternen könnte allerdings auch in ihrer stärkeren Röntgenstrahlemission begründet sein ? kleinere, leichtere Sterne sind aufgrund ihrer schwachen Emissionen schwieriger zu beobachten.
Bisher wurden in unserer Galaxie an die 150 Kugelsternhaufen entdeckt. Sie sind über unsere gesamte Galaxie verteilt und bestehen aus Millionen von Sternen. Ihre Analyse erwies sich bisher aufgrund der schwachen Auflösung von Röntgenstrahlobservatorien als äußerst schwierig. Daher ist die genaue Röntgenstrahlkarte des Harvard-Teams ein wichtiger Durchbruch für die beschreibende Astronomie.
Stefan Maier





