Die wahrscheinlichsten Erklärungen für die merkwürdige Kursabweichung seien systematische Messfehler bei der Positionsbestimmung, ein Fehler im Design der Raumsonden oder Gasaustritte, gestehen die Forscher ein. Auch interplanetarer Staub wird als Ursache dafür diskutiert, dass die Signale von Pioneer zur Erde eine Rotverschiebung aufweisen, was sich auch als bremsende Kraft interpretieren lässt. Allerdings gebe es bislang für keine Erklärung überzeugenden Hinweise. Auch bei der Raumsonde Ulysses wurde der Effekt mitllerweile entdeckt, allerdings in einer wesentlich geringeren Entfernung zur Sonne.
Da der Flug einer weiteren Raumsonde in den kritischen Bereich etliche Millionen Dollar verschlingen würde, haben die drei Forscher eine billigere Methode ersonnen, um das Pioneer-Rätsel aufzuklären: Sie wollen die Bahn einiger großer Asteroiden genau verfolgen, um festzustellen, ob der Effekt auch bei ihnen wirkt. Bester Kandidat sei ein 370 Kilometer großer Felsbrocken namens 1995SN55. Er befindet sich schon seit 54 Jahren in der Zone, in der die Anomalie auftritt. Tatsächlich weicht die Position des Asteroiden von der erwarteten Lage ab, berichten die Forscher in einem Artikel.
Auch wenn keine neuen Physikalischen Gesetze bei dieser Suche entdeckt werden sollten: Der Einsatz der Asteroiden als Gravitations-Sonden wird auf jeden Fall neue Daten über die Schwerkraftverhältnisse im äußeren Sonnensystem liefern.





