Auf der ersten direkten Aufnahme des drittgrößten Asteroiden Juno entdeckten amerikanische Astronomen um , dass der Brocken aussieht wie angebissen: Ein knapp hundert Kilometer großer noch junger Krater bedeckt den etwas mehr als zweihundert Kilometer langen Himmelskörper.
Sallie Baliunas vom Harvard Smithsonian Center for Astrophysics und ihre Kollegen beobachteten Juno mit dem mehr als hundert Jahre alten Hooker-Teleskop von der Erde aus. Wie sie im Fachblatt Icarus schreiben, konnten sie dank der modernen Technologie der adaptiven Optik die durch die Atmosphäre hervorgerufenen Verzerrungen beseitigen. So erhielten sie Bilder, die so scharf waren, als wären sie vom Weltraum aus gemacht worden.
Der Asteroid Juno – hier eine Rekonstruktion – wurde Anfang des 19. Jahrhunderts entdeckt und befindet sich zusammen mit zahllosen anderen Trümmerstücken im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Die Forscher um Baliunas richteten ihr Teleskop auf ihn, als er etwas weiter von der Erde entfernt war als eine Astronomische Einheit (die mittlere Entfernung der Erde von der Sonne).
Auf den Bildern ist zu sehen, dass Juno, ähnlich wie andere Asteroiden nicht rund ist, sondern eher kartoffelförmig. Im Laufe der Beobachtungen kam auch die junge Narbe ins Blickfeld der Astronomen. “Der Einschlag hat den Staub weggefegt, der die Oberfläche von Asteroiden sonst bedeckt und gibt uns einen einmaligen Blick auf Material, das früher unterhalb der Oberfläche war”, freut sich Baliunas. “Aus dem gleichen Material ist einst auch die Erde entstanden.”
Ute Kehse





