Die Flugzeuge, die Terroristen am 11. September 2001 in die Türme des World Trade Centers lenkten, hätten die beiden Türme fast zum Umkippen gebracht. Das behauptet der Physiker Frank Moscatelli vom Swarthmore College. Er hat das Drehmoment, das die Flugzeuge auf die Türme ausübten, mit der maximalen Windlast verglichen, der die Türme hätten widerstehen können.
Der offizielle Bericht der Federal Emergency Management Agency kommt zu dem Schluss, dass die Türme stehen geblieben wären, wenn die durch den Flugzeugtreibstoff ausgelösten Feuer nicht die Stahlkonstruktion aufgeweicht hätten. Moscatelli kritisiert an dieser Einschätzung, dass sie nur die von den Flugzeugen ausgeübte Kraft, nicht aber das dadurch wirkende Drehmoment berücksichtigt.
Besser bekannt ist das physikalische Konzept des Drehmoments unter dem Begriff “Hebelgesetz”: Das von einer Kraft verursachte Drehmoment ist umso größer, je weiter der Angriffspunkt der Kraft vom Dreh- oder Verankerungspunkt des jeweiligen Objekts entfernt ist. Auf die Türme übertragen heißt das: Je höher der Auftreffpunkt der Flugzeuge, desto größer die Gefahr, dass die von den Flugzeugen ausgeübte Kraft die Türme zum Kippen bringt.
Moscatelli kommt zu dem Ergebnis, dass das von den Flugzeugen verursachte Drehmoment das von der maximal zulässigen Windlast verursachte Drehmoment bereits um etwa vier Prozent überschritten hat. Die Türme sind nur deshalb nicht umgefallen, weil die Stahlkonstruktion federnd nachgegeben hat und zurückgeschwungen ist.
Ab einer Flugzeuggeschwindigkeit von mehr als 900 Stundenkilometern, so Moscatelli, hätte man mit einem Umkippen der Türme rechnen müssen. “Wahrscheinlich sind die Terroristen deshalb mit einer für diese Flughöhe ungewöhnlich hohen Geschwindigkeit geflogen. Sie sind geflogen, als ob sie die Türme umkippen wollten und ich glaube, dass sie davon nicht weit entfernt waren.”
Axel Tillemans





