von RÜDIGER VAAS
Hat die Welt einen Anfang oder existiert sie ewig? Diese höchst kontroverse Frage ist uralt – älter als die moderne Kosmologie, die auf der Allgemeinen Relativitätstheorie seit 1917 basiert; älter als die Physik, die sich im 17. Jahrhundert entwickelte; und älter als die Astronomie, die wohl die älteste Naturwissenschaft überhaupt ist. Dass das Universum einen absoluten Anfang haben kann, wies im Rahmen der Allgemeinen Relativitätstheorie erstmals Alexander Friedmann nach. Das war im Jahr 1922. Die ihm zu Ehren benannten Gleichungen sind bis heute eine unerlässliche Grundlage der Kosmologie. Georges Lemaître, der diese Gleichungen 1927 unabhängig abgeleitet hatte, spekulierte später mit Blick auf die damals neue Quantentheorie und die mit ihr erklärbare Radioaktivität, dass das Universum aus dem Zerfall eines „Uratoms“ entstanden sein könnte. Dieser Artikel („The Beginning of the World from the Point of View of Quantum Theory“), am 9. Mai 1931 in der Zeitschrift nature erschienen, hat die Quantenkosmologie begründet. In ihr wird das Allerkleinste mit dem Allergrößten aufs Allerengste verbunden.





