Der Sonnenwind wird von der Atmosphäre der Sonne ausgestoßen. Er besteht hauptsächlich aus Elektronen und Protonen. Schwankungen in der Dichte des Sonnenwindes sind nichts ungewöhnliches. Doch ein Abfall auf nur fünf Prozent der typischen Dichte ? wie am 11. Mai 1999 geschehen ? ist ein extrem seltenes Ereignis.
Neben dem Sonnenwind strahlt die Sonne fortwährend energiereiche Elektronen ab. Diese werden aber normalerweise durch den Sonnenwind gestört und abgeschwächt. Wegen der Abnahme des Sonnenwindes an diesem Tag, blieben diese Elektronen jedoch so energiereich, dass sie entlang der verbundenen Magnetfeldlinien bis zum Nordpol vorstoßen konnten. Durch die Beobachtung dieses Vorstoßes konnte zum ersten Mal die schon lange für möglich gehaltene Vereinigung der Magnetfelder von Erde und Sonne nachgewiesen werden.
Man geht davon aus, dass solche Vereinigungen öfter geschehen. Bei diesem Vorgang werden ungeheure Energiemengen auf das Magnetfeld der Erde übertragen, die von diesem explosionsartig wieder freigesetzt wird. Vermutlich wurde bei solch einer Wiederfreigabe im Jahr 1994 ein Kommunikationssatellit zerstört. (Nature, Bd. 409, S. 677-679)
Axel Tillemans





