Als die grossen NASA-Sonden Cassini und Galileo Ende 2000 für kurze Zeit gemeinsam das Jupitersystem erforschten, waren zeitgleich auch die Weltraumteleskope Chandra und Hubble und Radioteleskope auf der Erde auf den Riesenplaneten gerichtet. Eine der größten Überraschungen war dabei die Entdeckung des Röntgensatelliten Chandra, dass es in der Nähe der Jupiterpole einen im Rhythmus von 45 Minuten pulsierendenden hellen Röntgen-Fleck unbekannten Ursprungs gibt. Zu den weiteren Entdeckungen am Jupiter insbesondere durch Cassini zählen:
Nahe dem Nordpol liegt ein „Großer Dunkler Fleck”, der zeitweise entsteht und dann ausschließlich in ultraviolettem Licht zu sehen ist. Der Fleck, der bis zu 28 000 mal 18 000 Kilometer groß wurde, bildet sich dort, wo das nördliche Polarlicht am weitesten nach Süden reicht. Offenbar entsteht der Fleck, wenn geladene Teilchen der Polarlichter auf die Atmosphäre treffen und dort mit Methan chemische Reaktionen auslösen.
IN den DUnklen Bändern Jupiters tauchen immer wieder Gewitterwolken auf, die sogar heller als die Wolken in den benachbarten hellen Zonen sind. Bisher glaubte man, dass die Atmosphäre vorzugsweise in den Zonen aufsteigt und in den Bändern absinkt, doch die großen Gewitter sah Cassini immer nur in den Bändern – strömt die Atmosphäre auf dem Jupiter womöglich genau andersherum?
Ein gigantischer Nebel aus neutralem Gas umgibt das ganze Jupiter-System bis in über 75 Millionen Kilometer Entfernung. Es geht auf vulkanische Gase von Io zurück. Aber auch Europa liefert Gas in vergleichbarer Menge, immerhin 40 Atome pro Kubikzentimeter: Hier ist wohl abgesplittertes Eis von der Oberfläche die Quelle.
Magnetische links: So genannte „Fußabdrücke” der Galileischen Monde, helle Flecken in den Polarlichtern Jupiters, zeigen, dass alle großen Monde trotz ihrer dünnen Atmosphären magnetisch mit Jupiter eng verkoppelt sind – vorher war solch eine Verbindung nur von Io bekannt.
Jupiters Radiostrahlung und Polarlichter werden direkt durch den Sonnenwind gesteuert: Cassini und Galileo konnten gemeinsam beobachten, wie mehrere interplanetare Schocks die Jupiter-Magnetosphäre trafen und langwellige Radiostrahlung ebenso wie extrem ultraviolette Emissionen auslösten.
Wenn auch manches Detail rätselhaft blieb, so haben die Beobachtungen der Magnetosphäre doch gezeigt, dass viele Prozesse denen rund um die Erde ähneln: So schrumpft die Magnetosphäre als Ganzes, wenn der Druck des Sonnenwinds steigt.





