Die heute untergegangene Landschaft rund um die Beringstraße zwischen Alaska und Sibirien war während der letzten Eiszeit trotz der Kälte ein Paradies für Wollmammuts, Bisons, Pferde und andere Säugetiere. Wie Forscher um Grant Zazula von der kanadischen Simon Fraser University jetzt im Fachblatt Nature (Bd. 423, S. 603) berichten, hielt eine artenreiche Steppenvegetation diese Säugetiere am Leben.
Zazula und seine Kollegen untersuchten Pflanzenfossilien von drei Stellen in Kanadas nordwestlichem Yukon-Territorium, das während der Eiszeit zu der teilweise untergegangenen Landmasse “Beringia” gehörte. Sie stellten fest, dass vor etwa 24.000 Jahren, als die Eiszeit ihren Kälte-Tiefpunkt erreichte, eine arten- und nährstoffreiche Fauna in Beringia existierte.
Die Forscher um Zazula entdeckten Samen, Blüten und Blätter von Gräsern und grasähnlichen Pflanzen, zum Beispiel Binse, Segge, Wildroggen, aber auch Mohn, Sternmiere und Prärie-Salbei. Heute findet sich in arktischen Breiten nur spärliche Tundra-Vegetation, die keine ausreichende Nahrung für größere Säugetiere bietet. Wie die Forscher berichten, existiert eine ähnliche Vegetation wie die von ihnen “Mammut-Steppe” getaufte Flora heute eher in subarktischen Breiten als in der Arktis.
In Alaska und im Yukon kommen die Gras-Gemeinschaften nur vereinzelt an trockenen, sonnenbeschienen Südhängen vor. Ansonsten herrscht die von Moosen und Flechten dominierte Tundra-Vegetation vor. Die Forscher vermuten daher, dass es während der Eiszeit vor allem in den Hochländern Beringias ausreichend trocken für die Mammut-Steppe war.
Ute Kehse





