Nein, Sie haben keine wissenschaftliche Sensation übersehen: „ Elefanten im All” konnten die Forscher bisher nicht entdecken. Und ob irgendwo auf einem fernen Planeten überhaupt Leben existiert, geschweige denn eine der irdischen Säugetierarten, wissen wir nicht. Der Titel des Buchs entstammt einem PR-bewussten Lektorat, das darin eine Art „kurze Geschichte von allem” verpackt.
Der Autor Ben Moore, Professor für Astrophysik an der Universität Zürich – und übrigens Gitarrist der Rockband MILK 67 – , erzählt die Geschichte des Universums. Das tut er solide und gut verständlich. Er schreibt über den Urknall, den Ursprung der Planeten, Sterne und Galaxien, über die fiktive Möglichkeit, von unserer winzigen Heimstatt aus den Kosmos zu kolonialisieren und über fundierte Visionen von der Apokalypse des Alls. Im Kapitel „ Was wir nicht wissen” setzt sich Moore mit Themen wie Zeit, Kräfte und Quantenmechanik auseinander, die er auf wenigen Seiten leider nur ankratzt. Etwas mehr Platz räumt er dem Ausflug in die Neurowissenschaften ein: Der Abschnitt über das Gehirn kommt zwar ein wenig unvermittelt daher, zeigt aber die Ambitionen des Autors, mehr als nur einen Abriss der Astrophysik zu liefern. Gut gemeint sind die kleinen Anekdoten aus seinem Leben, die Ben Moore vor jedes Kapitel stellt – die er aber mangels Unterhaltungswert genauso gut hätte weglassen können. Helmut Hornung
Ben Moore ELEFANTEN IM ALL Kein & Aber, Zürich, Berlin 2012 383 S., € 24,90 ISBN 978–3–0369–5622–0 E-Book für € 19,99 ISBN 978–3–0369–9209–9





