
Dass gerade der Asteroid Bennu Besuch von einer Raumsonde erhält, ist kein Zufall. Denn der Asteroid könnte irgendwann zwischen 2100 und 2200 der Erde gefährlich nahe kommen, sie vielleicht sogar treffen. Deshalb ist es wichtig, schon früh möglichst viel über seine Zusammensetzung, sein Verhalten und vor allem seinen Orbit herauszufinden.
Diese Daten sammelt zurzeit die im September 2016 gestartete NASA-Mission OSIRIS-REx. Schon bei ihrer Annäherung an den fast rautenförmigen Brocken registrierten die Messgeräte der Sonde, dass Bennu aus sehr lose gebundenem Material besteht. Zudem scheint sein Gestein Wasser in gebundener Form zu enthalten. Vor Kurzem detektierte die Sonde zudem überraschende Ausbrüche von Staub und Gaspartikeln von der Oberfläche des Asteroiden, deren Ursache noch unklar ist.
Die hier gezeigte Aufnahme ist eine dreidimensionale topografische Karte des Asteroiden, die das Laser-Altimeter der Raumsonde im Februar 2019 erstellt hat. Sie zeigt, dass sich vor allem entlang des Äquators von Bennu bergartige Erhebungen häufen – erkennbar an der roten Farbe. An den Polen ist Bennus Oberfläche dagegen an mehreren Stellen eingesenkt.
Anfang 2020 soll OSIRIS-REx erstmals eine Probe von der Oberfläche des Asteroiden nehmen. Dafür muss die Sonde bis auf Tuchfühlung an den Asteroiden heranfliegen und ihren 3,35 Meter langen Roboterarm ausklappen. Mit einer Düse am Ende des Arms schießt sie dann einen Gasschub in den Untergrund und wirbelt so Material auf. Dieses wird von einem Saugkopf am Armende aufgenommen und von der Raumsonde zurück zur Erde gebracht.
„OSIRIS-REx ist ein echter Wegbereiter“, sagt der wissenschaftliche Leiter der Mission, Dante Lauretto von der University of Arizona. „Jeder, der künftig einen Asteroiden besuchen will, sei es für die Erkundung oder den Asteroidenbergbau, wird von der Pionierarbeit profitieren, die wir hier leisten.“





