Auf einen Schlag hat ein internationales Astronomenteam ein Nest von 30 Braunen Zwergen im Sternbild Ophiuchus – der Schlangenträger – entdeckt.
Die relativ dunklen Himmelskörper sind auf einer Aufnahme des inzwischen abgeschalteten Infrarotteleskops Iso zu erkennen. Sie verbergen sich mitten in einer Ansammlung von etwa hundert noch sehr jungen Sternen in der Nähe des 540 Lichtjahre entfernten Sterns rho Ophiuchus, berichten die Forscher um Lennart Nordh vom Stockholm Observatorium in Schweden im Fachblatt “Astronomy & Astrophysics”.
Auch die Braunen Zwerge sind noch sehr jung: Ihr Alter beträgt im Schnitt etwa eine Million Jahre.
Bislang sind weniger als hundert Braune Zwerge bekannt, da die dunklen Geschwister der Sterne normalerweise nur schwer aufzuspüren sind. Sie geben kaum Strahlung ab, weil sie zu wenig Masse haben, um in ihrem Innern ein nukleares Feuer zu entzünden. Experten gehen davon aus, dass ein Stern mindestens acht Prozent der Sonnenmasse benötigt, damit im Innern die Kernfusion einsetzt.
Noch ist nicht völlig klar, ob Braune Zwerge fehlgeborene Sterne oder eher riesige Planeten, ähnlich dem Gasriesen Jupiter, sind. Die leichtesten der jetzt entdeckten Braunen Zwerge haben fünf Prozent der Sonnenmasse und sind damit 50 Mal schwerer als Jupiter. “Es könnten sich aber auch noch leichtere Objekte im Staub des Sternenkindergartens verbergen”, sagt Sylvain Bontemps vom Observatoire de Bordeaux. Der französische Forscher vermutet, dass sich in alten Aufnahmen von Iso noch mehr Braune Zwerge verbergen, die im infraroten Licht noch am leichtesten zu entdecken sind.
Ute Kehse





